Delfine vor Frankreich geschlachtet

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30.05.2003 10:47
Kategorie: News
Delfine vor Frankreichs Küste geschlachtet

Wird Delfinfleisch auch in Frankreich gegessen? Vor dieser Frage steht die
Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), nachdem ihr Fotos zweier an
der Atlantikküste Frankreichs gestrandeter Delfine zugespielt wurden, auf
denen eindeutig zu sehen ist, dass die Meeressäuger fachmännisch filetiert
wurden.

“Den Tieren wurden Haut und Fettschicht abgezogen und das Muskelfleisch
herausgeschnitten. Weder Schiffsschrauben noch Haie kommen als Ursachen in
Frage. Es ist eindeutig, hier wurde Delfinfleisch genutzt, entweder als
Fischköder oder zum menschlichen Verzehr”, erläutert ein GRD-Sprecher. Die
filetierten Kadaver wurden in der Nähe der Hafenstadt Concarneau (Bretagne)
gefunden, zu deren Haupterwerbsquellen Fischfang und Fischverarbeitung
gehören. Die Delfine sind wahrscheinlich als so genannter Beifang in
Schlepp- oder Treibnetzen mit gefangen, ausgeschlachtet und anschließend
über Bord geworfen worden.

Trotz zahlreicher Absichtserklärungen der EU-Mitgliedsstaaten, Beifang und
direkte Tötung von Walen und Delfinen zu minimieren, hat sich in der Praxis
wenig verändert, obwohl die Meeressäuger geschützt sind und nicht gejagt
oder angelandet werden dürfen. So sterben beispielsweise in der Nordsee
jedes Jahr fast 8.000 Schweinswale in den Netzen dänischer und englischer
Fischer. Berüchtigt ist die französische Atlantikküste, an der es immer
wieder zu Massenstrandungen von in Fischereinetzen verendeten Delfinen
kommt. So 1997, als 500 tote Delfine bei La Rochelle angeschwemmt wurden
oder im Jahr 2000, als der Wind über 200 Delfinleichen an die Küste trieb.

“Die gezielte Entnahme von Delfinfleisch ist neu. Bekannt ist, dass
azorianische Fischer ab und zu Delfine jagen und das Fleisch anschließend
verspeist wird”, erklärt die GRD. In Japan und Peru gibt es sogar einen
ausgewachsenen Handel mit Delfinfleisch, dem jährlich mehrere Tausend Tiere
zum Opfer fallen.

In Peru kämpft die GRD seit 1999 gemeinsam mit der peruanischen
Organisation ACOREMA gegen den dort verbotenen Delfinfleisch-Handel. So
wurde in diesem Jahr eine große landesweite Aufklärungskampagne in
Fischereimärkten, Häfen und Fischereibehörden gestartet sowie ein Netzwerk
aus freiwilligen Wildhütern aufgebaut.

Bildmaterial ist auf Anfrage erhältlich.

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Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: 0049-89-74 16 04 10 - Fax: 0049-89-74 16 04 11
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www.delphinschutz.org
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