Delfine erobern den Bosporus zurück

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26.04.2020 17:10
Kategorie: News

Positive Auswirkung der Coronakrise auf die Umwelt

Die Delfine erobern den Bosporus zurück: Die Meeressäuger werden dort öfter als sonst gesichtet. Der Rückgang des Boots- und Personenverkehrs über den Bosporus hat große Auswirkungen.

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Der Bosporus verbindet das Schwarze Meer mit dem Marmarameer und teilt die Stadt Istanbul in einen europäischen und einen asiatischen Teil. Die gewundene Wasserstraße ist ca. 30 km lang und an der schmalsten Stelle 700 m breit - an der breitesten bis zu 2,5 Kilometer. In der Mitte gibt es Tiefen zwischen 36 und 124 m. Mehr als 50.000 Schiffe fahren jährlich durch diese Meerenge.

Normalerweise müssen die Delfine hier im Bosporus hart im Nehmen sein; Lärm- und Verschmutzung sind keine idealen Grundlagen für ihr Leben in diesen Gewässern – doch der Bosporus ist recht fischreich und durch den fehlenden Schiffsverkehr werden die Delfine stark angezogen.

Die Rückkehr der Delfine in die Gewässer gilt laut Experten als ein Indikator für ein gesundes Ökosystem. Seit 1983 ist die Jagd auf Meeressäuger in der Türkei verboten, Delfine sind per Gesetz geschützt, doch der starke Schiffsverkehr hatte bisher verhindert, dass sie sich im Bosporus und in der Nähe von Istanbul öfter sehen haben lassen.

Wegen der SARS-CoV-2-Pandemie ist der Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gekommen, zudem gilt ein Fischereiverbot in der sonst stark befahrenen Meerenge zwischen Europa und Asien. Seit Donnerstag ist in Istanbul und weiteren 30 Städten des Landes eine viertägige Wochenend-Ausgangssperre in Kraft. Sie soll pünktlich zum Montag - heute um Mitternacht enden.