Chaos in Thailand?

Teile:
02.09.2008 23:07
Kategorie: News
Bürgeraufstände gegen Regierung

Gewalttätige Ausschreitungen, Blockaden von Flughäfen und Bahnhöfen, Warnungen des Auswärtigen Amtes vor Besuchen des Regierungsviertels – es sind keine schönen Nachrichten, die uns momentan aus dem „Land des Lächelns“ erreichen. Zeitweise saßen 15.000 Touristen fest, 120 Flüge wurden storniert. Wie ist die aktuelle Lage?

Auch, wenn die Flughäfen von Bangkok und Phuket den Verkehr mittlerweile wieder planmäßig abwickeln, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Allen Reisenden empfiehlt das Auswärtige Amt dringend, sich von Bangkoks Regierungsviertel fernzuhalten. Demonstrationen und größere Menschenansammlungen sollten Touristen ebenfalls meiden, um sich nicht der Gefahr von Sprengstoffanschlägen auszusetzen. Die großen deutschen Reiseveranstalter wie Meier´s Weltreisen und die Rewe-Pauschaltouristik (Tjaereborg, ITS und Jahn Reisen) zeigen sich angesichts der Umstände kulant, wenn Reisende ihren Urlaubstrip bis zum 5. September stornieren möchten, sofern eine Übernachtung in Bangkok eingeplant war. Über die Hauptstadt wurde der Ausnahmezustand verhängt, die Präsenz von Polizei und Militär erheblich erhöht.

Hintergrund der Aktionen ist ein seit längerem schwelender Streit zwischen Premierminister Samak Sundaravej und einer selbsternannten „Volksallianz für Demokratie“ (PAD), die gegen die Regierungspartei „People Power Party“ massive Korruptionsvorwürfe erhebt. Laut PAD ist Premier Sundaravej lediglich eine Marionette des früheren Premierministers Shinawatra, der sich nach Großbritannien abgesetzt hat. Paradox: Der erste Sturz hatte eine Militärjunta zur Folge, jetzt protestiert eine „Allianz für Demokratie“ gegen einen demokratisch gewählten Premierminister, dessen Macht momentan wiederum vom Wohlwollen der Armee abhängt.

In den für Tauchreisende wichtigen Tourismusgebieten wie Phuket oder Kao Lak ist die Lage momentan ruhig, das Alltagsleben nicht oder nur wenig beeinträchtigt. Übergriffe gegen Touristen gibt es bislang auch keine – zu sehr ist das in der Wirtschaftskrise steckende Land auf die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr angewiesen. DiveInside berichtet weiter über die aktuellen Entwicklungen.