Black-Out bei Mallorcas Fischern: Delfine Schuld an Überfischung

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20.10.2004 17:35
Kategorie: News
Als totalen ?Black-Out? bezeichnet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) die Klage von Fischern von der Ferieninsel Mallorca, dass es dort eine ?Delfin-Plage? gebe. Angeblich haben sich die Meeressäuger stark vermehrt und würden jetzt in Schwärmen die Netze plündern und zerreißen, so dass die Fischer nichts mehr fangen.

?Das ist die obskure Logik der Fischer, für ihr eigenes Fehlverhalten machen sie die Meeressäuger verantwortlich?, erklärt ein GRD-Sprecher, ?Delfine vermehren sich nur sehr langsam, erst in diesem Frühjahr sind vor Mallorca 40 tote Delphine gestrandet, mehr als sonst während eines ganzen Jahres. Und der Gemeine Delfin ist im Mittelmeer bereits stark bedroht?.

Dabei sind Delfine und Wale die eigentlichen Leidtragenden der hemmungslosen Plünderung der Meere durch die Fischerei - besonders in der EU. Denn trotz zahlreicher Absichtserklärungen der EU-Mitgliedsstaaten, Beifang und direkte Tötung von Walen und Delfinen zu minimieren, hat sich in der Praxis wenig verändert, obwohl die Meeressäuger geschützt sind und nicht gejagt oder angelandet werden dürfen. So sterben in der Nordsee jedes Jahr fast 8.000 Schweinswale in den Netzen dänischer und englischer Fischer. Berüchtigt ist die französische Atlantikküste, an der es immer wieder zu Massenstrandungen von in Fischereinetzen verendeten Delfinen kommt. So 1997, als 500 tote Delfine bei La Rochelle angeschwemmt wurden oder im Jahr 2000, als der Wind über 200 Delfinleichen an die Küste trieb.

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