Billigflüge nicht immer billig

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28.07.2007 14:36
Kategorie: News

Viele Billig-Airlines haben die Preise angezogen, attestiert Stiftung Warentest in der aktuellen Augustausgabe der Zeitschrift "test". Und versteckte Kosten können ein vermeintlich günstiges Angebot letztlich doch zu einem teuren Schnäppchen werden lassen.

München - Hamburg via Internet gebucht für einen Euro - klingt verlockend. Und doch sind die Tickets vieler Low-Cost-Carrier heute im Vergleich zum Jahr 2005 um durchschnittlich 80,- Euro teurer. Nur Ryanair, Easyjet und Germanwings hielten ihre Preise seit zwei Jahren stabil oder wurden teils günstiger. Tickets von TUIfly, Air Berlin und Condor kosten mittlerweile deutlich mehr. Die großen Airlines hingegen senkten ihre Preise, dem Druck der billigen Flieger nachgebend. Stiftung Warentest nahm in ihrem Test je fünf Billig-Airlines und fünf der klassischen wie Lufthansa, Alitalia, Iberia, Air France und British Airways ins Visier. "test" stellte fest, dass die "Großen" immer häufiger Tickets zu Preisen anbieten, die mit den "Kleinen" konkurrieren können.

Generell gilt, dass die Flugpreise steigen, je mehr sich der Abflugtermin nähert. Frühbucher profitieren am meisten bei den Billig-Fluglinien. Worauf man jedoch unbedingt achten sollte, sind zusätzliche Gebühren.

Hier einige Beispiele, in denen Extras den Billigflug teuer machen:

Zahlung mit Kreditkarte
Meist wird per Internet gebucht und die erste Zahlungsvariante ist eine Buchung mittels Kreditkarte. Dafür werden Gebühren erhoben, zwischen zwei Euro bei TUIfly und 7,50 Euro bei Easyjet. Die Zahlung mit EC-Karten ist meist etwas günstiger. Was oft auf den Webseiten versteckt angezeigt ist, sind die kostenlosen Zahlungsvarianten wie die Lastschrift.

Falle "Reiseversicherung"
Manche Fluggesellschaften bieten bei Buchung automatisch den Abschluss einer kostenpflichtigen Reiseversicherung an. Das entsprechende Klick-Kästchen muss meist vor Buchung deaktiviert werden. Andernfalls schlagen die Kosten für die Zusatzversicherung zu Buche, so bei Condor, Easyjet, Germanwings, Ryanair und TUIfly.

Sitzplatzreservierung
Ein gebuchter, fester Sitzplatz kostet bei allen Billigfliegern Aufpreis, meist zwischen drei und zehn Euro.

Sperriges Sportgepäck
Wer am Zielort auf sein Rad oder Surfbrette nicht verzichten will, greift in die Tasche, und zwar 20-50 Euro, je nach Gesellschaft. Tauchgepäck fällt bei den Billigen oft in die Kategorie "Übergepäck". Hier gilt, sich vorher gut zu erkundigen. Manchmal gilt für Tauchgepäck eine höhere Gewichtsfreigrenze.

Gepäckgebühren
Die meisten Billig-Carrier erlauben 20 kg Freigepäck. Ryanair erhebt grundsätzlich je Gepäckstück sechs Euro (Vorauszahlung!) beziehungsweise 12,- Euro, wenn das Gepäck erst am Flughafen deklariert wird.

Übergepäck
Jedes Kilo über 20 Kilogramm kostet je nach Gesellschaft zwischen aktzeptablen drei Euro (bei Welcomeair) bis hin zu 15,- Euro (bei Easyjet).

Art der Buchung
Internetbuchungen sind bei allen kostenlos. Erfolgt eine telefonische Bestellung der Tickets, werden Geühren fällig. Dies ist keine Domäne der Billigfluggesellschaften, auch bei Lufthansa & Co. werden Gebühren erhoben. Häufig werden 20,- Euro berechnet.

Was durchwegs teuer wird, ist die Stornierung oder eine Umbuchung. Einige Betreiber zahlten im Stornofall widerrechtlich die bereits entrichteten Steuern und Gebühren nicht zurück. Die Fluggesellschaften sind aber per Gesetz dazu verpflichtet. Ohne Ausnahme gaben die Tester den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airlines gute Noten. Diese sind mittlerweile so gehalten, dass sich "keine versteckten Überraschungen" mehr darin verbergen und sorgenfrei akzeptiert werden können.

Eigentlich logisch: Fluggäste von Billigfliegern müssen hohe Kosten für Bewirtung mit Getränken und Essen an Bord in Kauf nehmen, die Sitzabstände sind meist gering und Sitzlehnen lassen sich manches Mal gar nicht erst verstellen - so bei den Flugzeugen von Ryanair.


Quelle: Augsburger Allgemeine / Stiftung Warentest