Auswirkungen des Tankerunglücks im Schwarzen Meer

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13.11.2007 11:26
Kategorie: News

Umweltkatastrophe im schwarzen Meer

Nach mehreren Schiffsunglücken droht vor der südlichen Küste Russlands eine Umweltkatastrophe. Mehr als fünf Meter hohe Wellen brachen in der Straße von Kertsch, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet, einen russischen Tanker in zwei Teile, mindestens 1300 Tonnen Heizöl liefen in der Meerenge aus. Vier Frachtschiffe sanken in dem Unwetter. Drei Schiffe hatten Schwefel geladen.

Windböen von bis zu 125 Stundenkilometern behinderten die Rettungsarbeiten am Tanker "Wolgoneft 139", der von den massiven Wellen regelrecht in Stücke geschlagen wurde. Mindestens 1300 Tonnen Heizöl liefen aus dem Tank des Schiffes aus.

Im Hafen von Kawkas sank das Frachschiff "Wolnogorsk", das 2400 Tonnen Schwefel geladen hatte. Das ebenfalls mit Schwefel beladene Schiff "Kowel", das mit der "Wolnogorsk" kollidiert war, sank wenig später ebenfalls. Im Asowschen Meer ging außerdem ein georgischer Frachter mit Alteisen an Bord unter.

Die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS ist über die Auswirkungen des Tankerunglücks auf die lokalen Kleinwalpopulationen besorgt: “Bei der Straße von Kertsch handelt es sich um ein wichtiges saisonales Paarungs- und Nahrungsgebiet für die lokalen Großen Tümmler und Schweinswal Populationen, die als stark gefährdet eingestuft sind. Es ist gegenwärtig noch unklar, ob sich Meeressäuger gerade in dem Gebiet aufhalten. Doch ungeachtet dessen, wird das Tankerunglück auf Jahre hinweg einen negativen Einfluss auf das lokale marine Ökosystem und somit auf die Nahrungsquellen und die Migrationsroute für Kleinwale haben“ sagt Erich Hoyt, Walforscher und Experte der WDCS.

Weitere Informationen:


PDF mit Hintergrundinformationen zur Situation der lokalen Kleinwalpopulationen.
Dieses Dokument beinhaltet Kontaktdetails zu drei lokalen und internationalen Experten.


Die Straße von Kertsch - eine der empfohlenen Schutzgebiete
Karte zur Einrichtung von Wal- und Delfinschutzgebieten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer: diese wurde von Erich Hoyt, WDCS, zunächst entwickelt und vom Wissenschaftsausschuss des regionalen Schutzabkommens (ACCOBAMS) einheitlich an die Vertragsstaaten empfohlen. Bei der 3. ACCOBAMS Vertragsstaatenkonferenz  nahmen die Regierungsvertreter diese Empfehlung an und bekundeten somit ihre Absicht an der Umsetzung dieser Meeresschutzgebiete zu arbeiten.