Ausgemustertes US-Marineschiff wird künstliches Riff

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28.05.2009 09:07
Kategorie: News

Minensuchschiff als neues Riff

USNS Gen Hoyt S. Vandenberg
27.05.2009: Vor Key West, Florida, wurde das ausgemusterte Minensuchschiff "Gen. Hoyt S. Vandenberg" als neues künstliches Wrack versenkt.

Die Vandenberg ging am Mittwoch innerhalb weniger Minuten unter, nachdem die Sprengmeister eine Reihe von Sprengsätzen gezündet hatten. Das 17.000 Tonnen schwere und 160 Meter lange Schiff, das als Frachtschiff im Zweiten Weltkrieg gebaut wurde, liegt nun aufrecht  in der Nähe der Florida Keys auf Grund. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 43 Meter tief; die Aufbauten der Vandenberg ragen bis auf zwölf Meter Wassertiefe.

Das Schiff wird nach dem 266 Meter langen Flugzeugträger "USS Oriskany " (Versenkung 2006), der vor Pensacola im mexikanischen Golf liegt, das weltweit zweitgrößte künstliche Wrack sein. Es soll auch das letzte in der Flotte vor den Keys sein. Damit endet vorläufig die Serie der Schiffsversenkungen für Taucher, die ihren Anfang 2005 mit der "Spiegel Grove" nahm.

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Florida-Keys News
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Das Schiff fuhr ursprünglich unter dem Namen "USS General Harry Taylor" als Truppentransportschiff. Im Jahr 1963 wurde es nach größeren Umbauten auf den Namen "USNS Gen. Hoyt S. Vandenberg" umgetauft und als Radar- und Minensuchschiff eingesetzt. Der wichtigste Einsatz waren die Aufzeichnung der Starts des US Raumfahrtprogramms. Sie beobachtete außerdem amerikanische Raketentests im Pazifik und belauschte während des Kalten Krieges russische Raketenabschüsse. Von 1976 an bis zur Ausmusterung war Port Canaveral in Florida die letzte Marinebasis der Vandenberg.

USNS Gen.Hoyt S. Vandenberg
Die Vandenberg als "Akademic Vladislav Volkov" im Film Virus

Einmal noch war die Vandenberg im Blickfeld der Öffentlichkeit: 1999 hatte das ausgediente Schiff einen Einsatz in dem Science Fiction Thriller "Virus" (mit Jamie Lee Curtis, William Baldwin und Donald Sutherland) als russisches Forschungsschiff "Akademic Vladislav Volkov".