Auch Taucher sind Spam-Opfer

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05.03.2008 09:53
Kategorie: News
Tauchen, elektronisches Logbuch, Taucher.Net ... ein PC oder Notebook gehört zur Standardausstattung vieler Taucher. Damit sind auch Taucher nicht davor gefeit, Opfer von Spam-Attacken zu werden. Eine neue englische Studie widerlegt das bisherige Gerücht, die USA sei die Wiege allen Spam-Übels.

BASINGSTOKE - Etwa 85 Prozent der weltweit verschickten Spam-Mails stammen aus nur sechs verschiedenen Botnetzen. Dies hat eine aktuelle Analyse des US-Sicherheitsunternehmens Marshal Limited http://www.marshal.com ergeben. Unter einem Botnetz versteht man ein Netzwerk aus heimlich gekaperten PCs verstanden, so genannter Drohnen, die ohne Wissen und Zutun ihrer Besitzer Spam-Mails versenden. Laut Marshal Limited ist Srizbi, das größte Netzwerk dieser Art derzeit, alleine für 39 Prozent des verschickten Intenet-Spams verantwortlich. An zweiter Stelle liegt Rustock mit 20 Prozent gefolgt von Mega-D mit elf Prozent. Als Hauptquelle weist die vorgelegte Analyse entgegen gängigen Vorurteilen die USA mit einem Anteil von rund zwölf Prozent am Gesamt-Spam aus. Das bisher oft als stärkste "Spamschleuder" gehandelte Asien nimmt in der Kontinentwertung nur den zweiten Rang ein, der erste geht mit deutlichem Abstand an Europa.

"Botnetze sind bereits seit einigen Jahren ein weit verbreitetes Phänomen", erklärt Christoph Hardy, Security-Experte beim Sicherheitsanbieter Sophos http://www.sophos.de. Vor allem aufgrund der Möglichkeit, in relativ kurzer Zeit massenweise Spam-Mails verschicken zu können, seien solche Netzwerke bei Hackern äußerst beliebt. "Zusätzlich vorangetrieben wird dieser Trend durch eine zunehmend hohe Zahl von ungeschützten Computersystemen weltweit", stellt Hardy fest. Auch in Unternehmen habe man oft mit dem Problem zu kämpfen, dass der Schutz gegen derartige Angriffe vielfach unzureichend sei oder nicht schnell genug aktualisiert wird. "Neueste Entwicklung in diesem Bereich ist die Vermietung von Botnetzen für einzelne Spam-Kampagnen. Solche Netzwerke existieren dann nicht mehr dauerhaft, sondern verschwinden nach ihrem Einsatz einfach wieder", schildert Christoph Hardy.

"Die Gefahr von Botnetzen besteht zudem darin, dass der Nutzer die Verwendung seines Rechners für schädliche Zwecke gar nicht mitbekommt", erläutert Hardy. Beispielsweise bestehe die Möglichkeit, dass der gekaperte PC in punkto Performance in die Knie gezwungen wird. "Außerdem stehen die so gehackten Rechner dann oft auch wie ein Scheunentor für andere Sicherheitsangriffe offen", ergänzt er. Die eigentlichen Verursacher derartiger Cyberangriffe seien allerdings in der Regel nur schwer auszumachen. "Der Ursprung von Botnetzen ist meist nicht zurückzuverfolgen", stellt Hardy fest und ergänzt: "Europa hat in letzter Zeit sicherlich aufgeholt, was den Versand von Spam-Mails betrifft" in Hinblick auf das Ergebnis der Marshal-Limited-Analyse. Ausschlaggebend hierfür sei vor allem die uneinheitliche Rechtslage in den einzelnen europäischen Ländern. "Aber auch in punkto Aufklärungsarbeit zu diesem Thema herrscht in Europa noch einiges an Nachholbedarf", betont Hardy. Insbesondere die jüngere Generation sei sich der zunehmenden Risiken des Internets noch zu wenig bewusst. "Während ältere Nutzer mit ihren persönlichen Daten eher vorsichtig umgehen, gehen die jüngeren vielfach zu unvoreingenommen an den PC und das Internet heran", so Hardy abschließend.

Zu erwähnen ist, dass Sophos ein Unternehmen seinen Sitz in Großbrittanien und USA hat; Marshal Limited ist in Neu Seeland und Großbritannien beheimatet.



Quelle: unter anderem: pressetext.austria, Zitate aus einem Interview mit pressetext.austria