ATLANTIS 2012, die Vierte

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13.11.2012 18:04
Kategorie: News
Das Resümee gleich vorweg: Eine herrliche Ausgabe, die Fernweh vermittelt. Obgleich sie derzeit einen harten Kampf mit dem goldenen, deutschen Herbst führen muss, um uns Taucher zu fernen Zielen zu entlocken. Beispielsweise in die Karibik: Kuba, St. Lucia, die Caymans oder Bonaire ...


Sonne, Strand und Palmen-Flair dieser riesigen, mittelamerikanischen Lagune zieht nicht nur Winterflüchtlinge in seinen Bann, sondern liefert auch das passende Rahmenprogramm eines gelungenen Tauchurlaubs. Dass Kubas Nordküste den Zugang zum größten Barriereriff der westlichen Hemisphäre bietet, ist sicher nicht jedem Taucher bekannt. Dazu Drift-Dives mit Haibegleitung in der bunten, karibisch-typischen Unterwasserwelt.

Was ATLANTIS ausmacht, ist die Vielfalt der Informationen. Die Vermittlung von Freunde aufs Tauchen findet in vielen Artikeln ebenso Einzug wie kritische Aspekte, selbst wenn diese manches Mal sehr versteckt in der Infobox zu finden sind: "Zwiespältig hingegen ist die Turtle Farm, in der Meeresschildkröten ausgebrütet werden. Zwar wird ein gewisser Prozentsatz in die Freiheit entlassen, um den Bestand zu sichern, der andere Teil wandert jedoch nach wie vor in den Kochtopf." Auch das Paradies hat seine Schattenseiten, wie das Beispiel Grand Cayman belegt. Liming, dolce far niente, dem süßen Nichtstun fröhnen - soll ein Markenzeichen Bonaires sein. Doch Entspannung steht sinnbildlich für den Lifestyle der gesamten Karibik. Vermutlich der Grund, weshalb sich gestresste Europäer gerne diesem Sich-treiben-lassen hingeben.

Ganz marktwirtschaftlich im Titel präsentiert ATLANTIS ein Thema, das im ersten Moment alles andere als nach dem Einsatz ökonomischer Prinzipien schreit: Haie. In einer Art schriftlichem Modellversuch widmet sich Dr. Erich Ritter dem "Wirtschaftsfaktor Hai", in dem er diesen edlen Meeresbewohner zwar auf seinen monetären Werte reduziert, wie es Haimafia und Co. ebenfalls tun. Im Gegensatz dazu folgt Ritter aber dem mittlerweile in ökologischen Fachkreisen etablierten Ansatz, dass beispielsweise ein lebender Hai in einem Tourismusgebiet während seines Lebens bis zu einer Million US-Dollar erwirtschaftet, während er tot nur 20 grüne, wenn auch schnelle Scheine erzielt.

Im Editorial nimmt Chefredakteur Heinz Käsinger ein wieder erstarkendes Sujet ins Visier, das in Taucherkreisen stets Zankapfel sein wird. Stark vereinfacht stellt er die Frage nach dem "besten Tauchausbildungsverband" und der "besten Art der Ausbildung". Ein Thema, dass sich vor dem Hintergrund der derzeitigen, verbandsinternen Entwicklungen ganz sicher auch in einer zukünftigen ATLANTIS-Ausgabe wiederfindet.

Alles in allem lautet das Resümee der Taucher.Net-Redaktion: Unbedingt lesenswert!