Arktis stellenweise nur noch einen Meter dick

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14.09.2007 10:13
Kategorie: News
Bremerhaven (ddp). Große Flächen des arktischen Meereises sind in diesem Jahr nur noch einen Meter dick und damit rund 50 Prozent dünner als 2001.

Dies ist das erste Ergebnis einer vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) geleiteten Expedition in das Nördliche Eismeer, wie das AWI am Donnerstag mitteilte. «Die Eisbedeckung des Nordpolarmeeres schwindet, der Ozean und die Atmosphäre werden stetig wärmer, die Meeresströmungen verändern sich», sagte Fahrtleiterin Ursula Schauer.
Die Dicke des arktischen Meereises habe seit 1979 abgenommen. Ozeanographen fanden zudem einen besonders hohen Anteil an Schmelzwasser im Meer und eine große Anzahl von Schmelztümpeln, hieß es weiter. Diese an Bord des Forschungseisbrechers «Polarstern» und von Hubschraubern aus gesammelten Daten ermöglichen den Wissenschaftlern, aktuelle Satellitenaufnahmen besser interpretieren zu können. Nach neuesten Modellrechnungen könnte die Arktis bei weiterer Erwärmung in weniger als 50 Jahren im Sommer eisfrei sein. Dies könnte zum Aussterben vieler an diesen Lebensraum angepasster Organismen führen.
50 internationale Wissenschaftler sind zweieinhalb Monate an Bord der «Polarstern» unterwegs, um die Meeresgebiete in der zentralen Arktis zu untersuchen. Ausgesetzte autonome Messbojen sollen auch nach Ende der Expedition Daten aus dem sich zurzeit stark verändernden Ozean liefern.