Antarktis: Neuer Anlauf für weltgrößtes Meeresschutzgebiet

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23.10.2013 07:50
Kategorie: News

Neuer Anlauf für riesige Schutzgebiete in Antarktis

Walfluke - © Miguel Iniguez, WDC
Im australischen Hobart verhandeln seit gestern Vertreter aus 25 Ländern incl. der EU über die Einrichtung riesiger Meeresschutzgebiete. Zwei Vorschläge liegen auf dem Tisch der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), um den Fischfang in Gebieten von der fünffachen Fläche Frankreichs zu verbieten.

Bei einer CCAMLR-Konferenz im Juli in Bremerhaven hatte die russische Delegation die Initiative blockiert. Auf der Sondersitzung verhandelten die 24 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union über zwei Anträge: Der erste von den USA und Neuseeland sah vor,  im Rossmeer eine Fläche von 2,3 Millionen Quadratkilometer als Meeresschutzgebiet auszuweisen, einschließlich einer 1,6 Millionen Quadratkilometer großen Zone, die für kommerzielle Fischerei gesperrt sein soll. Der zweite Vorschlag  von Australien, Frankreich und der Europäischen Union bezog sich auf sieben Meereszonen mit einer Gesamtfläche von 1,63 Millionen Quadratkilometern, die in den Küstengewässern der Ostantarktis geschützt werden sollten.

Vor dem Folgetreffen kamen positivere Signale aus Moskau, die Abstimmung gilt aber als offen. Die EU und Australien wollen ein Schutzgebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometer im Indischen Ozean einrichten. Die USA und Neuseeland sind für einen Schutzraum von 1,25 Millionen Quadratkilometer im südlichen Ozean.

Ergebnis der Hobart Konferenz


Die Konferenz endete am 1.November mit negativem Ausgang: Antarktis Konferenz gescheitert.


Polarmeer - einzigartiger Lebensraum

Buckelwal im Südpolarmeer (© WDC)
Der antarktische Ozean ist Heimat für mehr als 10.000 Arten, darunter die meisten Pinguine der Welt, Wale, Seevögel, Koloss-Kalmare sowie der kommerziell gefragte Riesen-Antarktisdorsch. "Die Regionen sind für die Wissenschaft  von entscheidender Bedeutung. Ohne die Schutzgebiete fehlt es an Referenzzonen, um die Auswirkungen des rasanten Klimawandels studieren zu können. Ohne ein Verbot der Überfischung fehlt der Wissenschaft die wichtige Information, wie ein intaktes polares Ökosystem funktioniert", sagte Dr. Onno Groß, Direktor von Deepwave.
 
"Der starke Widerstand der russischen Delegation hat das jahrelange Engagement vieler Mitgliedstaaten, das Südpolarmeer zu schützen, völlig  aus den Angeln gehoben und die Arbeit der Kommission gelähmt", bilanziert Tim Packeiser, Meeresschutzexperte des WWF. "Wir fordern deshalb  von allen CCAMLR-Staaten, die vorhandenen wissenschaftlichen Kenntnisse anzuerkennen und diese bedeutenden Meeresgebiete auf dem nächsten Treffen im Oktober endlich unter Schutz zu stellen."
 
Die Antarctic Ocean Alliance begleitet auch die aktuelle Sitzung der CCAMLR in. Die Umweltorganisationen werden die CCAMLR weiter darin bestärken, den Schutz des Südpolarmeers auszubauen und weitere einzigartige Lebensräume in der Antarktis zu erhalten. Insgesamt hat die AOA 19 Gebiete im Südpolarmeer als schutzbedürftig identifiziert, die zusammengenommen über 40 Prozent des südlichen Ozeans ausmachen.