AIDA Freediving - Wahl zum Vorstand

Teile:
10.01.2014 08:18
Kategorie: News

Informationen zur Vorstandswahl AIDA Deutschland (2014)

AIDA Deutschland
Im Vorfeld der Präsidentschafts- / Vorstandswahl beim Freediving Verband AIDA Deutschland (im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung) wurden Taucher.Net zwei Informationsschreiben zur Verfügung gestellt, die wir im folgenden ungekürzt wiedergeben:


1) Benjamin Bartoli kandidiert für das Amt des Vorsitzenden AIDA Deutschland

2) Information des Vorstandes AIDA Deutschland an die Mitglieder


Die Vorstandswahl wird am 25.Januar 2014 im Rahmen der Jahreshauptversammlung von AIDA Deutschland durchgeführt. Die Versammlung findet ab 15:30 Uhr im Indoor Tauchzentrum Siegburg statt. Über die Ergebnisse der Vorstandswahl werden wir weiter berichten.


Interview zur Präsidentschaftskandidatur von Benjamin Bartoli zum neuen AIDA-Präsidenten Deutschlands

Das Interview wurde geführt vom Nationaltrainer der Deutschen Apnoemannschaft Jens Berger.

Benjamin Bartoli
Für alle, die Dich noch nicht kennen: Was kannst Du uns denn so über den Menschen Benjamin Bartoli erzählen?
Also, ich bin 30 Jahre jung und lebe und arbeite inzwischen in Hannover. Ich bin Gesellschafter und Geschäftsführer einer Werbeagentur mit 19 Beschäftigten. Meine Hauptaugenmerk dort ist die strategische und konzeptionelle Ausrichtung von namenhaften Unternehmen oder Institutionen in der öffentlichen Wahrnehmung. Ja, soviel zum Beruf. In meiner Freizeit gehe ich leidenschaftlich gern Freitauchen und Mountainbiken. Wenn ich gerade keinen Sport mache, verbringe ich gerne viel Zeit mit meiner Partnerin und meinen Freunden.

Für einige kommt die Aufstellung zum Präsidentschaftskandidaten wohl recht überraschend. War das eine kurzfristige Entscheidung oder länger geplant?
Das muss ich wohl mit "Ja" und "Nein" beantworten. "Ja", weil ich mich tatsächlich relativ kurzfristig dazu entschieden habe, jetzt als Kandidat anzutreten. Aber auch "Nein", weil mich das Amt schon immer gereizt hat und ich immer wieder darüber nachgedacht habe, was ich selbst einbringen könnte, um den Verein zu unterstützen. Allerdings hatte ich das auf meiner Liste bis jetzt nicht ganz oben stehen, aber Dinge ändern sich ja bekanntlich.

Heißt das, dass Du das Amt jetzt gar nicht zwingend inne haben willst?
Ich habe mich aus voller Überzeugung aufstellen lassen. Denn jetzt habe ich die Zeit und  die Möglichkeiten, um den Aufgaben und der Verantwortung dieses Amtes gerecht zu werden. Ich verspüre große Lust, das Amt auszuführen und würde mich freuen, wenn ich die Chance dazu bekäme. Die Rückendeckung aus der Familie ist da. Jetzt will ich es auch!

Was hat Dich denn dazu bewogen, so kurzfristig doch noch als Kandidat anzutreten?
In den letzten Tagen und Wochen kam der ein oder andere auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte. Spätestens nach der vierten oder fünften Anfrage – die unabhängig von den Personen an mich herangetragen wurde – bin ich nochmal in mich gegangen, hab das Ganze reifen lassen und habe dann letztlich durch den Zuspruch auch die Ermutigung gehabt, mich aufstellen zu lassen.

Worin würde sich Deine von der jetzigen Vereinsführung unterscheiden?
Oh, ich glaube sie würden sich schon spürbar unterscheiden. Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Visionen und Kompetenzen. Wobei man das aus meiner Sicht auch gar nicht miteinander vergleichen kann. Ich komme aus einer ganz anderen Ecke und würde den Verein daher auch in ganz anderen Bereichen nach vorne bringen können.

Die da wären?
Ich möchte unseren Sport in Deutschland gern deutlich populärer machen, ihn einem breiteren Publikum vorstellen und zeigen, was für einen wunderbaren Sport wir hier betreiben. Wenn man sich in Ländern im mediterranen Raum umschaut, allen voran Frankreich und Italien, dann ist das Apnoetauchen ein Ereignis, das nicht nur in der Szene wahrgenommen wird, sondern auch ganz allgemein von sportinteressierten Menschen. Die Medienpräsenz ist dort auch einfach viel höher. Ich glaube, dass ich das auch in Deutschland in die Köpfe der Menschen bringen kann, weil ich weiß, wie man Kommunikation aufbauen muss, die zielgruppengerecht funktioniert. In der Folge erhoffe ich mir dann natürlich den Effekt, dass die Zahl der Mitgliederschaften steigt und vielen Unentschlossenen so der Einstieg in unseren Sport erleichtert wird. Ein Sprichwort sagt: "Man ist/isst nur das, was man kennt."
Außerdem möchte ich den Leistungssport bei AIDA weiter fördern. Ich möchte versuchen, dass die Athleten eine Möglichkeit bekommen, zu Weltmeisterschaften zu fahren, ohne dass sie in den eigenen Geldbeutel greifen müssen. Denn das kann sich längst nicht jeder leisten, obwohl er eigentlich das sportliche Niveau hat. Das wird wohl die größte aller Herausforderungen sein.
Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es natürlich eines guten und durchdachten Sponsoringkonzeptes mit entsprechender Refinanzierungsplanung, die sich am Ende auch für einen eventuellen Investor rechnet.

Woher nimmst Du denn das Wissen, um so etwas umzusetzen?
Ich habe es von der Pike auf gelernt, etwas zu vermarkten. Egal ob ein Produkt, einen Menschen, ein Unternehmen oder eine Marke. Ich weiß auch, wie man aus etwas eine Marke kreiert und ihm damit einen relevanten Wert gibt. Ich bin ja tagtäglich mit solchen Aufgaben beschäftigt und ich weiß, worauf es einem Kunden oder einem Investor ankommt. Außerdem habe ich ein Netzwerk von Fachleuten um mich herum, auf das ich immer wieder beratend zurückgreifen kann. Wenn es also um so etwas geht, kann ich schon sagen, dass ich diesbezüglich ein Fachmann bin. So wie ein Tischler ein Fachmann in der Holzverarbeitung ist, bin ich ein Fachmann, wenn es um Vermarktungs- und Kommunikationskonzepte geht.

Du hast es ja schon teilweise angesprochen, aber der Vollständigkeit halber noch einmal nachgefragt: Warum bist Du der richtige Mann für Amt?
Ich bin ehrgeizig und ich weiß aus Erfahrung was es bedeutet, etwas aufzubauen. Sei es ein Unternehmen oder einen Verein. Ich habe 2009 in Berlin unter Dir (Anm.Red.: Nationaltrainer Jens Berger) und dem langjährig erfahrenen Jonas Krahn das Freitauchen erlernt. 2010 gründete ich die Braunschweiger Trainingsgruppe, die inzwischen einen breiten Zulauf genießt. Ich weiß, wie sich Leistungssportförderung im Verein anfühlt, da ich selber bis 2005 als Amateur in der Leistungsförderung der Mountainbike-Sparte des VfL Wolfsburg e.V. gefahren bin. Ich bin konzeptionsstark und kann Strukturen schaffen, festigen oder ausbauen. Ich bin in der Lage, an Unternehmen strategisch heranzutreten und mit ausgereiften Konzepten zu überzeugen. Ich glaube, dass ich es mit dieser Erfahrungen schaffen kann, nach einer Eingewöhnungsphase AIDA Deutschland noch weiter nach vorne zu bringen.

Noch ein letztes Statement an Deine potenzielle "Wählerschaft"?
Ja, natürlich: Ich möchte meine Stärken einbringen, um den Verein mit meinen Fähigkeiten zu erweitern und zu ergänzen. Ich hoffe auf den Mut zur Veränderung in bestimmten Bereichen und wünsche mir sehr, dafür die entsprechende Chance zu erhalten.

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Pressemitteilung des Vorstandes von AIDA Deutschland e.V.
zur Kandidatur von Benjamin Bartoli als Vorsitzender

- Amtierender Vorstand stellt sich zur Wiederwahl -

Nach der überraschenden Ankündigung von Benjamin Bartoli auf der Mitgliederversammlung von AIDA Deutschland e.V. für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren, hat nunmehr auch der aktuell amtierende Vorstand seine Bereitschaft erklärt, sich zu Wiederwahl zu stellen.

Damit treten Dr. Klaus Wagner (Präsident), Silvia Vater (Vizepräsidentin) und Sabine Martin (Vorstand Finanzen) erneut zur Wahl an. Zudem hat der Pressesprecher und Leiter der Geschäftsstelle Nikolay Linder erklärt, seine Arbeit für AIDA e.V. fortsetzen zu wollen.

"Unsere Mitglieder sollen bereits vor der Wahlentscheidung wissen, dass wir bereit sind, ihnen als Team weiter zu Verfügung zu stehen", erklärt Klaus Wagner, "deshalb möchten auch wir Mitglieder und Öffentlichkeit bereits jetzt über das Erreichte, aber vor allem über unsere Ziele und Planungen für die Zukunft unterrichten. Dann können die Mitglieder entscheiden, ob sie mit uns den erfolgreich eingeschlagenen Weg mit uns zusammen weitergehen wollen. Es geht also nicht nur um den Vorsitz, sondern um eine Richtungsentscheidung".

"Blickt man zurück" - führt Klaus Wagner fort - "lässt sich die positive Entwicklung an den verschiedensten Fakten nachvollziehen. So konnten wir nicht nur den Rückgang der Mitgliederzahl stoppen, sondern sie in den letzten fünf Jahren annähernd verdoppeln. Und die positive Tendenz hält weiter an."

Nikolay Linder ergänzt: "Mit dem in den letzten Jahren erfolgten Ausbau der Ausbildungstruktur durch hochmotivierte Instruktoren und deren Einbindung in AIDA Deutschland e.V. ist die Anzahl der Ausbildungen und Privilegierungen deutlich angestiegen. Damit haben wir das Freitauchen auch als Breitensport deutlich nach vorne gebracht. Wir sind - und das ist besonders wichtig - heute weiter im Bundesgebiet vertreten als je zuvor. Die von AIDA Deutschland e.V. unterstützten Mini-Competitions sind stets gut besucht und haben viele Leute nicht nur zum Breitensport gebracht, sondern auch das Interesse für die Wettkampfschiene geweckt."

Zum Bereich Wettkampf erläutert Silvia Vater, als Vizepräsidentin für den Leistungssport zuständig: "Mit dem in den letzten beiden Jahren verfolgten und durchgeführten Konzept eines AIDA-Nationalkaders, der im Übrigen derzeit für das Jahr 2014 neu aufgestellt wird, haben wir erreicht, dass wir die wachsende Leistungsdichte im Freitauchsport auch in den Wettkampf übertragen. Die hoch motivierten Athletinnen und Athleten haben uns in den Weltmeisterschaften auch Dank engagierter Trainerteams hervorragend vertreten - die erreichten Ergebnisse sprechen für sich."

"Wir sind uns bewusst", so weiter Klaus Wagner, "dass es für unsere Athletinnen und Athleten ein erheblicher finanzieller Aufwand ist, an internationalen Wettkämpfen, oft tausende Kilometer entfernt, teilzunehmen. Aber es ist auch Tatsache - und das zeigen die in vielen Gesprächen gemachten Erfahrungen - kaum realistisch zu versprechen, dass es Finanzierungsmöglichkeiten gibt, die allen Athletinnen und Athleten nebst Trainer-Team eine fast kostenfreie Teilnahme an Wettkämpfen und Events ermöglicht. Es ist sicher möglich, für einzelne Athleten individuelle Sponsoren zu gewinnen. Für AIDA Deutschland e.V. als echte Non-Profit-Organisation steht jedoch das Interesse des Gesamtvereins und seiner Mitglieder im Vordergrund. Und hier sind wir organisatorisch und finanziell gut aufgestellt. Trotz der geringen Mitgliedsbeiträge konnten wir die Mitglieder des Teams unterstützen und Ausrüster im Rahmen des Sponsorings gewinnen. Die Finanzlage ist solide. Finanzielle Risiken, die durch einen gegen AIDA Deutschland e.V. geführten Prozess entstanden sind, konnten nach dem Obsiegen in dem Verfahren abgewehrt werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Kommunikation mit AIDA International und der aktiven Beteiligung an der Arbeit des international tätigen Assembly. Dort werden die länderübergreifenden Entscheidungen im Freitauchsport getroffen."

Für die Wahlentscheidung sind aber sicher vor allem die Zukunftsperspektiven von Bedeutung. Nach der Phase der Konsolidierung steht die Fortentwicklung im Vordergrund. Das bedeutet für den Vorstand konkret:
"Wir werden uns dafür einsetzen, dem Freitauchsport mehr Gehör zu verschaffen. Statt nur angedachter Konzepte und Absichtserklärungen lassen wir Taten sprechen. Wir setzen daher auch dieses Jahr auf ein starkes Nationalteam und werden dieses - wie auch schon im vergangenen Jahr - medial im Internet begleiten. Mit unserer Vereins eigenen Facebook-Seite und der sicher noch optimierungsfähigen Webseite sind wir für die Öffentlichkeitsarbeit auch für die Zukunft gut aufgestellt. Zudem werden wir künftig in unserem Team ein weiteres Mitglied begrüßen können, dass sich zusätzlich einbringen wird und über Erfahrungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Kreativität verfügt. Dazu ebenfalls mehr auf der Jahreshauptversammlung.

Von großer Bedeutung ist ein weiteres Projekt: Bereits seit geraumer Zeit stehen wir mit dem Verband Deutscher Sporttaucher in Kooperationsgesprächen. Diese sind gerade in den letzten Wochen deutlich vorangekommen. Darüber werden wir auf der Mitgliederversammlung ausführlich berichten. Die Wiederbelebung der Zusammenarbeit mit dem Dachverband des deutschen Tauchsports gibt uns die Möglichkeit, die Aktivitäten zu bündeln. Die Kommunikationswege und die Kontakte können für uns alle fruchtbar gemacht werden.

Wir wissen, dass Ausbildung und Wettkampf zusammengehören. Das werden wir weiter fördern. Interessierten Vereinen und Tauchlehrern werden wir nicht nur einen Leitfaden für Wettkämpfe zur Verfügung stellen, sondern darüber hinaus auch eine so genannte Wettkampfbox mit den wichtigsten Utensilien. Breitensport und Wettkampf ergänzen sich. Deshalb muss der Apnoe-Sport auch eine Heimat in den Vereinen vor Ort finden. Auch dies wird die beabsichtigte Kooperation bringen. Vielleicht kommen wir auch dem seit Jahren verfolgten Ziel ein großes Stück näher, unsere Athletinnen und Athleten in den DOSB zu integrieren.
"

Unsere Mitglieder haben nun die Wahl - wir jedenfalls bieten Kontinuität und zielgerichtete Fortführung unseres Entwicklungskonzepts.

Dr. Klaus Wagner, Präsident

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