Äsche : Tier des Jahres bei ProNatur

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10.01.2007 08:57
Kategorie: News

Das Pro Natura Tier des Jahres 2007 ist die Äsche.


Eigentlich müsste es dem einheimischen Fisch in den Flüssen der Voralpen und im Mittelland wohl sein. Ist es aber nicht mehr. Stromproduktion und Flussverbauungen machen der Äsche das Leben schwer.



Flussabschnitte im Übergang von den hügeligen Voralpen ins flacher werdende Tiefland, das ist die Heimat der Äsche, dem Pro Natura Tier des Jahres 2007. Die Wissenschaft hat diese Abschnitte sogar nach ihr benannt, «Äschenregion». In der starken Strömung, dem steinig-kiesigen Untergrund und im Wechsel zwischen ruhigen und turbulenten Flussbereichen der Äschenregion findet das Tier des Jahres 2007 die idealen Lebensbedingungen. Im Kies legt die Äsche ihre Eier ab, wo sie zu Brütlingen reifen, die wiederum in den ruhigeren Uferzonen heranwachsen. Ausgewachsene Äschen schweben dann bevorzugt in der starken Strömung, von der sie sich Kleinkrebse und Insektenlarven in den Mund spülen lassen.

Verschlammte Laichgründe
Dieses beeindruckende Mosaik an Lebensräumen ist in unseren Flüssen indes gestört. Schuld daran ist neben der Verbauung der Flüsse vor allem die Stromwirtschaft. Ausgerechnet die Äschenregionen sind auch für die Stromproduktion interessant. Das damit verbundene Stauen der entsprechenden Flussabschnitte für die Stromproduktion wirkt sich verheerend aus auf die sensible Äsche: Die Stauwehre sind nicht nur häufig unüberbrückbare Hindernisse, die Äschenpopulationen voneinander trennen, sie bremsen auch die Strömung. Dadurch lagert sich Schlamm ab, verstopft die natürlicherweise kiesige Sohle des Flusses und verunmöglicht so die Laichablage.

Ausgetrockneter Lebensraum
Die Stromproduktion kann ausserdem zu rasch und stark schwankenden Wasserständen führen. Wird so etwa unterhalb der Stauwehre mit einem Mal viel Wasser abgelassen, werden Eier und junge Äschen sowie andere Fische aus ihrer natürlichen Umgebung weggespült. Bereits kurze Zeit später kann der Hochwasserspuk wieder vorbei sein. Eier und Jungfische, die ihm trotzen konnten, finden sich unvermittelt auf dem Trockenen, wo sie zugrunde gehen. Schwall/Sunk nennt sich diese für Flusslebewesen tödliche Spielart der Energieproduktion.



Weitere Auskünfte:
Roland Schuler, Pro Natura Medienverantwortlicher,
Tel. 061 317 92 24, Mobile 079 826 69 47, roland.schuler@pronatura.ch Pro Natura Mediencommuniqué vom 8. Januar 2007

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