Ägyptens versunkene Schätze

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05.04.2007 18:42
Kategorie: News

Ägyptens versunkene Schätze

Die Bonner Bundeskunsthalle zeigt bis Januar 2008 "Ägyptens versunkene Schätze". Rund 500 teils kolossale Funde des französischen Unterwasserarchäologen Franck Goddio sind dabei zu bewundern.


Ägyptens versunkene Schätze
Die kolossale Statue des Gottes Hapi. Mit 5,40 m Höhe (inkl. Sockel) ist sie die größte
freistehende Statue eines ägyptischen Gottes, die je entdeckt wurde.


Es ist dunkel, das Wasser ist trüb im Hafenbecken vor Alexandria. Die Metropole an der Nilmündung galt als eine der reichsten Städte der Antike, dann ist sie versunken im Mittelmeer. Selbst ein erfahrener Taucher mit geschultem Blick würde hier keinen Schatz erkennen.

Nicht so der Unterwasserarchäologe Franck Goddio, dessen Entdeckung des versunkenen Hafens der antiken Weltstadt Alexandria an der Nordküste Ägyptens als einer seiner größten Erfolge gilt.
Rund 500 Funde aus diesen spektakulären Unterwassergrabungen erzählen nun in der Kunst- und Ausstellungshalle in Bonn die Geschichte aus der Zeit von 700 vor bis 800 nach Christus, in der die Einflüsse aus Griechenland und Rom verschmolzen mit der Jahrtausende alten Kultur der Pharaonen. Die Ausstellung spannt den Bogen über die drei Städte Canopus, das für seine Zügellosigkeit und exzessiven Ausschweifungen der Ägypter bekannt wurde, die große Handelsmetropole Heraklion, die seinerzeit bereits über eine brilliante Hafenlogistik verfügte und Alexandria, das durch bis 30 vor Christus durch Cleopatra regierte wurde. Nahezu 50 Filme beschäftigten sich mit ihrer schillernden Persönlichkeit, dennoch taucht sie in unseren Schulbüchern kaum auf.


Ägyptens versunkene Schätze

5. April 2007 bis 27. Januar 2008
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Museumsmeile Bonn

Öffnungszeiten: Di + Mi 10 – 21 Uhr, Do – So 10 – 19 Uhr

www.bundeskunsthalle.de




Die Ausstellung ist eine gelungene Mischung zwischen den Fundstücken und vielen begleitenden Bildern, Berichten und Filmen, die die Arbeiten auf medienwirksame und interessante Art präsentieren. Erzählt wird neben der Geschichte der Vergangenheit auch das Abenteuer der Bergung und ihrer dazu erforderlichen High-Tec Ausrüstung.


Ägyptische Münzen

Goldglänzende Münzen in trüben Gewässern – Franck Goddio versteht es, Unterwasserarchäologie medienwirksam darzustellen und damit ein breites Interesse für die sonst eher theorielastige Wissenschaft zu wecken.

Karte Fundstellen Ägypten Archäologie

Ein Teil der Küstenlinie ist in die Tiefe gerutscht. Auslöser waren vermutlich ein durch einen Hangabrutsch auf der Insel Kreta verursachter Tsunami oder die Verschiebung von Kontinentalplatten.

Ägyptische Öllampe

Wie so oft im Leben sind es die kleinen Dinge, die die Geschichten des täglichen Lebens erzählen. Ob diese Öllampe aus der Aladin-Serie stammt?

Frank Goddio

Hoher Besuch zur Ausstellungs-Eröffnung, eine ägyptische Delegation stellte im Anschluss an die Pressekonferenz das im Entstehen befindliche Museum bei den Pyramiden von Gizeh vor. Der Grundstein ist bereits gelegt und die Eröffnung ist für das Jahr 2010 geplant.
Bild: Frank Goddio erläutert dem Direktor des Ägyptischen Museums in Kairo Details zum Fund.

der kleine Caesarius


der kleine Caesarius

Bis Ende der 90er Jahre lag er (vermutlich der kleine Caesarius) noch im Mittelmeer – jetzt steht er in der Bundeskunsthalle in Bonn.

Unterwasserarbeiten Ägyptische Funde
Arbeiten unter Wasser.


Bilder:
© Franck Goddio / Hilti Foundation, Foto: Christoph Gerigk, Bärbel Brauckmann