Ägypten: das langsame Tauchbasen-Sterben im Süden der Sinaihalbinsel

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23.02.2016 07:39
Kategorie: News

Mehr als 50 Tauchbasen haben ihren Betrieb (vorläufig) eingestellt

Die anhaltende Rezession im ägyptischen Tourismus hat gerade auf dem Sinai weitreichende Folgen für die dort ansässigen Tauchbasen, die ganz einfach nicht mehr oder kaum noch wirtschaftlich betrieben werden können.

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Infolge des Flugzeugabsturzes einer russischen Passagiermaschine im Oktober 2015, als dessen Ursache ein terroristischer Anschlag vermutet wird, stellten nahezu alle europäischen Fluglinien ihre Direktflüge nach Sharm el Sheikh und auf den Sinai ein. Die Folge: Vor Ort gibt es kaum noch Gäste, und die Hotels stehen in Sharm und Dahab gleichermaßen leer – kein Tauchpublikum vor Ort also.

Ägyptische Quellen berichten unter Berufung auf offizielle Kreise jetzt detailliert über das Ausmaß des Touristenrückgangs und die Lage der Tauchbasen am Sinai. Laut dem Berater des ägyptischen Tourismus-Ministeriums Adela Ragab soll die Zahl der russischen Urlauber 2015 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 24 Prozent zurückgegangen sein, die Zahl der britischen Urlauber um 4 und die der deutschen um gut 16 Prozent.

Im Südsinai gibt es den Angaben zufolge etwa 130 Tauchbasen. Viele Basen in Sharm el Sheikh und Dahab hätten bereits geschlossen, zeitweilig Beschäftigte entlassen und ihr Stammpersonal in Urlaub geschickt – in der Hoffnung, dass irgendwann der Tourismus vor Ort wieder anzieht und wieder (Tauch-)Gäste kommen.

Prominentes Beispiel einer betroffenen Basis ist das Diving Center Werner Lau in Sharm. Werner Lau wollte dieses zum 31. Dezember 2015 schließen. Nach viel Zuspruch und auch Protest vieler Taucher sowie dem (finanziellen) Entgegenkommen des Vermieters der Tauchbasis-Räumlichkeiten hat er die endgültige Schließung in eine temporäre umgewandelt und will Ende März 2016 wieder öffnen – dies wieder in der Hoffnung, dass ab April tatsächlich wieder Direktflüge angeboten werden und dann auch die Urlauber wieder ihren Weg nach Sharm finden - wir berichteten (taucher.net/diveinside-werner_lau_sharm_el_sheikh_oeffnet_wieder-kaz5978).

Die Lage vor Ort scheint dramatisch. Nach Angaben ägyptischer Quellen versucht das Land jetzt mit Hilfe von Werbekampagnen und preisreduzierten Urlaubsangeboten die ausländischen Urlauber zurückzugewinnen – ein wirtschaftlich notwendiger Schritt, belaufen sich die Einnahmen aus dem Tourismus doch auf 11,3 Prozent des ägyptischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Übrigens: Wer nicht auf die Wiederaufnahme der Direktflüge auf den Sinai warten will, hat jetzt  schon Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Einen Überblick über Flugmöglichkeiten bietet beispielsweise der Reiseveranstalter Sea More Travel auf seiner Website (www.seamore-travel.de/blog/fluege-nach-sharm-el-sheikh.html).