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TU vor den Malediven mit vielen Verletzten
Abgesandt von Redaktion -gm- Registriertes Mitglied am 29.05.2008 - 11:29:

Am Donnerstag dem 22. Mai ereignete sich um 8:45 Uhr ein schwerer Tauchunfall am Raiydhiggaa Thila.
Von den 17 Tauchtouristen an Bord des Baani Adventure Safari Boots war eine 11 köpfige Gruppe betroffen. Während ein 36-jähriger russischer Taucher verstarb, konnten 10 Gäste und 2 Guides in das Indira Gandhi Memorial Hospital gebracht werden. Bei den Verletzten Touristen handelte es sich um Taucher aus Russland, Australien und Deutschland.


Quelle Maldivers News



Antwort von Stephan K. Registriertes Mitglied am 29.05.2008 - 12:05
So wie ich das lese war das eine Kohlenmonoxid-Vergiftung mit 10-16 Verletzten und einem Toten.

Hier klicken
Hier klicken


Hier was über Kohlenmonoxid
Hier klicken


Anscheinend wurden hier Abgase angesaugt und in die Pressluftflaschen gefüllt.


Antwort von gunther Moderator am 29.05.2008 - 12:34
Danke Stephan

das klingt wahrscheinlich. Wir hoffen von den Behören Information zu bekommen, aber die Malediven sind nicht besonders hilfreich in solchen Fällen.
Antwort von tsinfo Registriertes Mitglied am 30.05.2008 - 15:54
Hallo,

hier die deutschen Übersetungen der beiden Artikel aus der Online-Zeitschrift Minivan News.

Hier klicken
Hier klicken

Antwort von Oczocephalus Registriertes Mitglied am 03.06.2008 - 10:50
Hallo! 2 Freunde von mir waren auf der "Baani" und einer wurde bei diesem Unfall schwer verletzt! Dass dies eine CO-Vergiftung war, ist eher unwahrscheinlich, weil keiner der Verunfall-
ten die speziellen Merkmale hatte und die Leute erst beim Auftauchen (!) bewußtlos wurden! Eine genaue Klärung des Unfalls kann wohl nur erfolgen, wenn das Atemgas der Flaschen genau analysiert wird - und hier steht zu befürchten, dass die Maledivischen Behörden dies nicht können und wohl auch nicht wollen! Es wäre jedoch im Interesse aller Taucher, wenn hier die genauen Umstände geklärt würden!!
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 03.06.2008 - 12:50
Interessant fand ich auch die folgende Reisebewertung in Englisch, die im Februar schon über Probleme berichtete:
Hier klicken
Antwort von Bubble67 Registriertes Mitglied am 03.06.2008 - 18:04
Weiss nicht ob das schon bekannt ist ?!

Hier klicken
Antwort von jex Registriertes Mitglied am 03.06.2008 - 23:08
>>Antwort von M. Henke
>>Interessant fand ich auch die folgende
>>Reisebewertung in Englisch, die im Februar schon
>>über Probleme berichtete
Leider postest Du einen Link zu einem Bericht über die Baani Explorer. Hier geht es allerdings um die Baani Adventuerer!!!
Wir waren Anfang Februar auf dem Schiff, es war alles in Ordnung. Wir hoffen dass es den Gudes Malik, Saif und Husen den Umständen entsprechend gut geht.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 04.06.2008 - 12:35
@jex
Stimmt, ich hätte vielleicht explizit darauf hinweisen sollen. Mir ging es darum das höchstwahrscheinlich das gleiche Problem mindestens schon 2-mal mit dem Schwesterschiff dem Management bekannt war.
Dieser Link Hier klicken beschäftigt sich mit dem Unfall direkt, doch im Nachhinein Vermutungen anzustellen und Vorwürfe zu erheben ist nicht so interessant, wie vorher zu warnen.

@Oczocephalus
Was spricht bitte gegen eine CO-Vergiftung? Die Bewusstlosigkeit ist ein Merkmal und dass sie nach dem Auftauchen, wenn die Anstrengung steigt, auftritt, spricht meiner Meinung nach auch nicht dagegen.
Antwort von Kein_Nick_eingefallen Registriertes Mitglied am 05.06.2008 - 11:19
Das sehe ich auch so. Unter Druck reicht der pO2 u.U. aus, um nur durch Lösung im Blut eine ausreichnede Versorgung der Zellen vor allem im Gehirn zu erreichen. An der OF ist der pO2 dann dafür zu gering und alles hängt am Hämoglobin. Das aber ist zumindest in Teilen vom CO blockiert. Nicht umsonst ist das gängige Therapieschema bei akuter CO Vergiftung eine Druckkammerhehandlung.
Wenn so viele Leute gleichtig betroffen sind, spricht vieles für Atemgasprobleme und nur wening für DCS. Die trifft ja jeden individuell unterschiedlich und die Symptome treten zumindest bei Typ 1 auch zeitverzögert nach dem TG auf.

Beim Gas gibt es ja nicht so viele Möglichkeiten. Da ja nicht so viel Auswahl auf einem Safariboot besteht, wird es wohl Luft oder EAN aus der Membrane sein. Was soll dann schon noch reinkommen, Öldunst aus dem Kompressor oder eben CO. Das ist ja schließlich als Abgas üblicherweise immer verfügbar.
Antwort von fundive69 Registriertes Mitglied am 06.06.2008 - 11:21
Der "Unfall" wird hier bei taucher.net auch hier diskutiert:
Hier klicken

Ich selbst war Ende Januar diesen Jahres auf dem Schwesterschiff Explorer zusammen mit dem Kanadier, der den Bericht im englischen Forum gepostet hat. Seine Schlussfolgerungen erscheinen heute natürlich dann in einem erschreckenderen Licht als uns allen auf der Tour damals bewusst war.
In der deutschen Übersetzung erscheint mir in dem oben genannten Link allerdings nicht alles korrekt übersetzt zu sein. So war das Dhoni während des Flaschenfüllens nie am Heck des Bootes "vertäut". Das Dhoni ankerte schon in einigen dutzend Metern Abstand hinter dem Boot. Und ja es waren Nebelschwaden sichtbar, die auf das Boot zutrieben. Ob dies aber Abgase oder eher Kondenswasser aus den Klimageräten etc. war können wir kaum beweisen. Ich hatte mir letzteres an Bord zusammengereimt, da ich keine Abgase riechen konnte.
Ich war übrigens auch einer der Taucher, die 2 Tage aufs tauchen verzichten mussten wegen massiven Kopfschmerzen und Übelkeit (Erbrechen). Nur wer rechnet da gleich mit dem schlimmsten und denkt an eine Kohlenmonoxid Vergiftung? Ich damals nicht. Ihr könnt mir da natürlich Naivität unterstellen, aber wie oft wart ihr mal leicht unpässlich auf einer solchen Safari? Das andere Klima, das Essen, alles potentielle Quellen für so ein "Übelsein". Heute bin ich mir ziemlich sicher, daß es auch bei uns "schlechte" Luft war...

Traurig, daß da jetzt der junge Kompressorboy im Gefängnis sitzt. Ich denke er kann am wenigsten dafür. Zumindest bei uns auf der Explorer waren das junge Sri Lankesen, die sehr schlecht englisch konnten und einfach das taten, was man ihnen sagte. Ich denke, die wissen da überhaupt nichts über CO und den Gefahren die damit verbunden sind. Und in solchen Ländern ist es üblich, ein Loch in einem Schlauch halt mit Klebeband etc. zu reparieren. Woher sollen die wissen, daß das bei einem Kompressor gefährlicher ist?

Das ist Aufgabe des Managements! Der Junge muss eine qualifizierte Ausbildung bekommen. Und das Management muss darauf bestehen, daß nur zugelassene Filter für den Kompressor gekauft werden.
Die österreichische Chefin der Firma war bei unserer Tour mit an Bord. Mir wurde damals deutlich, daß sie das ganze managt. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß sie die Rechnungen für die gekauften Kompressorfilter nicht kennt. Und dann ist es ihre Aufgabe zu überprüfen, ob das die zugelassenen Filter sind. Wenn sie die billigeren nur für Elektro-Kompressoren zugelassenen Filter für einen Diesel-Kompressor kauft riskiert sie bewusst und absichtlich aus Kostengründen einen solchen "Unfall". Wenn dem so ist, gehört nicht der Kompressorboy in den Knast.
Antwort von manfred21 Registriertes Mitglied am 06.06.2008 - 21:39
Ganz etwas anderes!
Warum werden Kompressoren mechanisch so gebaut daß man überhaupt den falschen Filter einbauen kann.
Ich würde es so bauen daß immer NUR der richtige Filter hineinpasst.
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 08.06.2008 - 16:30
Hier ein paar Polizeibilder, danke an Scuba Dude:

Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken
Hier klicken
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 09.06.2008 - 10:54
So wie die Kompressoren dort betrieben wurden, waere wohl auch das duenne Bett an CO-Katalysator in dem richtigen Filter schon nach nach ein Flaschen verbraucht gewesen. Ich sage nicht, dass es keine gute Idee ist diese Filter zu benutzen, wenn Verbrennungsmotoren am Start sind, aber da sind ganz andere Sachen schief gelaufen. Regelmaessige Tests der Atemluft und Kompressorenanlage von jemand der wirklich Ahnung hat waeren eine gute Idee.
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 09.06.2008 - 12:47
Manfred: Das Problem ist, dass man Filter dann immer noch so bauen kann, dass sie wieder passen. Oder man fuellt alte nach. Oder man bastelt ne Umgehung. Oder, oder, oder. Das Einzige was hilft wenn die eigentlich selbstverstaendliche Eigenverantwortung der Chefs(!) versagt sind harte Kontrollen & haertere Strafen. Wenn erst mal ein oder zwei von denen im Knast sitzen und noch ein, zwei Basen bereits bevor was passieren kann geschlossen werden wird es ganz schnell ein Umdenken geben. Ob das aber passiert..
Antwort von abyss_master Registriertes Mitglied am 17.06.2008 - 11:03
Um solche Unfälle zu vermeiden, können Taucher auch selber, den falls vorhandenen CO- Wert ihrer Flasche analysiern. Solche Geräte sind nicht teuer, werden von Rettung und Feuerwehr verwendet und tragen sicherlich zur Qualitäätssicherung auf Tauchbasen und zum "SICHEREN" Tauchen bei.

Die Fa. Greisinger stellt solche Geräte z.B. her.

Link: Hier klicken

Kaufen könnt ihr das Gerät z.B. bei Conrad Electronic um 153,95€ (siehe Link)

Link: Hier klicken

Wäre schön, wenn auch Tauchzeitschriften sich dieser Problematik (CO- Vergiftung und Analyse) bewußt werden und die Verbände auch solche Geräte propagieren würden. Oxymeter werden ja schließlich auch hoch gelobt und das mit Recht!

So ein Unfall hätte mit so einem Gerät verhindert werden können (vorausgesetzt es war in diesem Fall ein zu hoher CO- Wert im Gas der Flaschen).

Gute Besserung den Verunfallten und Beileid der Familie des Verstorbenen.
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 16.06.2008 - 22:22
Zusammenfassung aus dem anderen Thread ( Hier klicken ):

1) Der Lohnsklave ist im Knast
2) Die Betreiber der Basis haben im Ausland wohl nix zu befuerchten
3) Macht es Sinn, in Oesterreich gegen die oesterreichischen Betreiber Strafanzeige zu stellen?
4) Ist es sinnvoll, sich als Taucher sowas ( Hier klicken ) zu kaufen oder nicht?
5) Sollte man das tun muessen oder muss man sich einfach auf die Basen verlassen koennen?

Auf dem Stand: Messgeraete sind sicherlich eine super Sache und geben Sicherheit. Anders als beim Nitrox, wo ja bewusst gemischt wird, kann und darf die Verantwortung bei Oel, Wasser, Kohlendio/monoxid und sonstigem Mist aber nicht bei den Kunden liegen. Es wird fuer eine Dienstleistung gezahlt und wenn die absolut grundlegensten Anforderungen nicht erfuellt werden ist das klar in der Verantwortung der Betreiber.
Antwort von Stefan M. Registriertes Mitglied am 18.06.2008 - 17:23
Hallo,

da ich bei ORCA Tauchreisen Kund bin, habe ich gestern mal um eine Stellungnahme gebeten, da die die Schiffe dieses Anbieters im Programm (und als Preis im Preisausschreiben) haben.
Mir wurde heute u.A. mitgeteilt:

``Im Fall des tragischen Unglücks auf der Baani bestätigen wir Ihnen gerne, dass wir bis zur Klärung der Unfallursache von einem weiteren Verkauf dieser Schiffe absehen.``

Seit heute sind die Schiffe auf der Homepage von Orca nicht mehr aufgeführt. Das ist doch mal ein Anfang, wenn Andere ihre Reiseveranstalter auch mal anfragen, dann müsste sich doch hier was bewegen! Also ran!!!

Stefan
Antwort von mok_up Registriertes Mitglied am 18.06.2008 - 16:37
Habe heute eine Antwort zu der Tauchproblematik von Greisinger zu dem GCO100 bekommen:
"speziell an Tauchflaschen haben wir das Gerät bisher allerdings noch nicht getestet.
Prinzipiell sollte es allerdings problemlos möglich sein, das Gerät GCO100 zur Überprüfung von Kohlenmonoxid in Tauchflaschen zu verwenden.
Genauso wie beim Sauerstoffmessgerät GOX100 ist beim GCO100 darauf zu achten, dass sich kein Druck aufbaut.
Mittels beiliegendem T-Stück sollte das nicht weiter schwer sein.


Heisst das nun, dass ich das T-Stück einsetze aus dem es auf der einen Seite rauspustet und an der anderen Seite das GC100 sitzt?

Ich denke, dass das Gerät für uns Taucher nicht unbedingt taugt.
Und die andere Variante, sich darauf zu verlassen, das schon alles in Ordnung ist, ist ebenso gefährlich.

Ich denke, wenn wir als Taucher öfter nach offenen Kontrollen fragen, wird die Tauch-Urlaubs-Industrie schon irgendwie darauf reagieren. Allerdings braucht das Zeit.

Für mich als Tauch-Neuling ist dieser Unfall besonders erschreckend und aufrüttelnd, weil ich a) im Februar auf der Baani war und b)nicht mal gewusst habe, dass es zu solchen Kohlenmonoxidvergiftungen kommen kann. Wer denkt denn auch schon daran, dass die Basis/das Tauchboot die falschen Filter mit Absicht einbauen um ein wenig Geld zu sparen?

Mein persönliches Fazit: Ich suche weiter nach einem solchen Testgerät für die Urlaubstasche.
Antwort von TSTeufelsrochen Registriertes Mitglied am 19.06.2008 - 09:36
Hallo,
mok_up@
Das mit dem Greisinger Gerät kann ich nur bestätigen, was mich in deinem Text stutzig macht:
ist der Punkt b):
"Für mich als Tauch-Neuling ist dieser Unfall besonders erschreckend und aufrüttelnd, weil ich a) im Februar auf der Baani war und b)nicht mal gewusst habe, dass es zu solchen Kohlenmonoxidvergiftungen kommen kann."
Ohne wieder eine Verbandspolitsche Schlacht loszutreten: Bei PADI ist dies Bestandteil der OWD Ausbildung mit Beantwortung der Wiederholungsfrage Nr.2 im Buch. Wurde da die Ausbildung vernachlässigt oder wurde die Ausbildung bei einem anderen Verband gemacht. Wie sieht den der Hinweis auf eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid bei all den anderen ebenso guten Ausbildungsverbänden aus?
Leider muss man auch bestätigen das die meisten Taucher bis zum Profi-Level schwer von einer guten Füllanlage bis zu einer gefährlichen Füllanlage unterscheiden können (wenn diese nicht ohnehin optisch ins Auge stechen) und die meisten auch daran kein Interesse zeigen.
Gruss Reinhold
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 19.06.2008 - 11:43
Hmm, bei meiner Anfrage, was denn mit dem Gewinnspiel ist haben die Orca Leute nicht reagiert..

Beim Messgeraet duerfte das bischen Luftfluss auf Normaldruck (also gut, den Fluss kann man auch als Druck sehen, aber..) doch nix ausmachen. Zumindest beim Sauerstoffanalyzer sind die T-Stuecke so, dass du ein Rohr aufsetzt durch das die Luft stroemt und von der Seite her der Messsensor reinsteht.

Am tollsten, aber auch unbezahlbar teuer, waer natuerlich ein Messgeraet, welches alle Parameter messen kann. Sei es nun Sauerstoff, Wasser, etc, etc..
Antwort von gunther Moderator am 19.06.2008 - 12:27
Hallo,
ich möchte an dieser Stelle die Diskussion über ein Messgerät in das Ausrüstungs-Forum Hier klicken abgeben, da es sicherlich dort besser aufgehoben ist.

Antwort von neutaucher Registriertes Mitglied am 19.06.2008 - 19:12
Hallo,

hier eine Stellungnahme von Bauer-Kompressoren zu den Vorfällen:

Hier klicken
und Hier klicken


MfG

neutaucher
Antwort von fundive69 Registriertes Mitglied am 19.06.2008 - 20:36
Die Firma Bauer als Hersteller des Kompressors hat eine Stellungnahme zum Unfall veröffentlicht. Davon wird ganz klar von Betreiberversagen gesprochen. Hier ein Auszug, Link am Ende:

Betreiberversagen 1: Die Ansaugluft war durch schlecht gewartete Anlagen und falsch positionierte, defekte Schläuche hochgradig mit dem potentiell tödlichen Kohlenmonoxid und mit Kohlendioxid belastet.

Betreiberversagen 2: Infolge der Verwendung der falschen Filterpatrone konnte die CO belastete Ansaugluft ungehindert in die Tauchflasche gelangen und durch Atmen der hochgradig mit CO / CO2 belasteten Luft zum Tod bzw den Gesundheitsschäden der betroffenen Taucher führen.

Hier klicken und Hier klicken
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 20.06.2008 - 11:23
CO_2 ist nicht komplett ungefaehrlich und die `Luftpartikel` machen den Filter nicht grau, sonst aber eine gute Stellungnahme mit nuetzlichen Tipps
Antwort von pitty Registriertes Mitglied am 20.06.2008 - 13:00
Das Erste was ich nach dem Einchecken in der basis mache ist den Kompressorraum anschauen. Wird mir dies verweigert wird nicht getaucht.
Auf dieser Basis ( Schiff) hätte ich sicher nicht getaucht. Ein Kompressor in einem solchen Zustand gehört nicht auf eine seriöse Basis.
Mein Beileid den Angehörigen und allen Verunfallten. Aus einem schönen Urlaub wurde blanker Horror.
Antwort von iohan Registriertes Mitglied am 22.06.2008 - 11:36
hallo zusammen. aufgrund der vielen, teilweise haarsträubenden einträge zu dem tauchunfall auf der baani adventurer möchte ich hier meine stellungnahme posten.
vorweg, ich fahre seit 15 jahren auf die malediven, habe ca. 700 tauchgänge und DM ausbildung. den großteil meiner tauchreisen auf booten verbracht, auch auf booten von maldivesliveaboards dadurch kenne ich die situation ganz gut. weiters war ich am tag des tauchunfalls auf der baani-explorer und habe in der rettungskette in male vesucht so gut wie möglich mitzuwirken.

ich bin enttäuscht über die qualität der forumseinträge hier bei taucher.net denn seid mir nicht böse aber der müll der teilweise hier verbreitet wird ist nicht akzeptabel. mit eurem mangelnden, schlechten hintergrundwissen zu posten und meinungen zu verbreiten die teilweise geschäfts- und rufschädigend sind gehört eigentlich verboten. wer von den hier schreibenden mitgliedern hat wirklich fundiertes wissen über den vorfall??? ich würde sagen beinahe keiner, trotzdem wird verurteilt und schlechtgemacht was nur geht. ich denke hier sind einige frustbehaftete taucher unterwegs die nichts besseres zu tun haben (fundive etc.)

zur rechtlichen klarstellung vieler kritiken hier im forum: baani-adventurer wird betrieben von touring maldives PVT, einem maledivischen betreiber und eigner - baani-explorer wird betrieben von maldives-scuba-diving, frau gundi holm.
d.h. gundi holm ist für baani-adventurer eine reiseagentur die vermittelt und nicht betreibt.
viele von euch vermischen diese 2 boote aufgrund des ähnlichen namens, das ist rechtlich allerdings komplett falsch.

bis heute ist noch kein offizieller bericht der untersuchungskomission veröffentlicht worden. aus diesem grund gibt es unzählige spekulationen die zu nichts führen außer böses blut zu vergießen.
faktum ist daß der betroffene kompressor 1 tag vor auslaufen dieser safari gewartet wurde von male-kompressor, dem offiziellen vertreter von bauer-kompressor in male. hier wurden auch filter getauscht, d.h. zum zeitpunkt des safari-starts waren alle notwendigen technischen vorbereitungen getroffen.

was letztendlich zu dieser tragödie geführt hat ist bis dato immer noch ungeklärt, fest steht es war kontaminierte luft bloß ob kohlenmonoxid alleine daran schuld war steht nicht fest. interessant sind die fakten von tauchspezielisten und ärzten die symptome einer "klassischen" CO-vergiftung anders beschreiben. z.b. ein tauchgang auf 30meter insgesamt 30min ist mit dieser konzentration von CO nicht machbar denn bereits nach wenigen minuten würde man starke übelkeit, bewußtlosigkeit, schwindel verspüren, und es sei unmöglich 30min zu tauchen.
bei den untersuchungen im spital in male sind von den blutentnahmen leider nur normale blutbilder gemacht worden woraus nichts abzulesen ist.
faktum ist, der medizinische, aufklärungstechnische standard in ländern wie die malediven ist nicht mit unserem zu vergleichen, man möge nicht vergessen die malediven waren oder sind es noch immer (weiß ich momentan nicht) ein 3te-welt-land. durch den massentourismus werden diese länder überschwemmt und kommen mit der ausbildung, infrastrukturaufbau etc. nicht so schnell nach wie die flut der touristen ins land strömt.

es ist tragisch, daß es zu diesem unfall gekommen ist, vorallem mit einem verstorbenen, mein tiefstes mitgefühl seinen angehörigen.
ich würde mir eine restlose aufklärung wünschen, wobei ich vermute, daß es bei den maledivischen verhältnissen nicht dazu kommen wird.

zum abschluß ein appell an alle forumsmitglieder: bleibt am boden mit euren behauptungen, und vorallem verbreitet keine unwahrheiten und verurteilt niemanden von dem nicht bewiesen ist daß er schuldig ist denn das haben andere zu beurteilen nicht ihr, schon gar nicht wenn ihr nicht dabei wart und eure behauptungen und meinungen aufgrund von posts anderen vor dem computersitzenden personen stammt.

ich persönlich wünsche mir aufklärung und nachhaltige änderungen im system um solche unfälle vermeiden zu können.

hoffe meine ausführungen helfen ein wenig weiter hier die qualität im forum zu verbessern ;)
lg
bernd
Antwort von fundive69 Registriertes Mitglied am 23.06.2008 - 09:01
Lieber Bernd,
als "frustbehaftete taucher unterwegs die nichts besseres zu tun haben" möchte ich mich wirklich nicht bezeichnen lassen.

Ich habe an keiner Stelle hier irgendetwas unsachliches von mir gegeben oder Anschuldigungen veröffentlicht. Ich habe schon immer ausdrücklich daraufhingewiesen, daß ich nie an Bord der Adventurer war, sondern an Bord der Explorer.

Weiterhin habe ich Nachrichtenmeldungen gepostet, die sicherlich allgemein interessant sind. Und auch wenn es keinen Bericht der maledivischen Polizei gibt, finde ich die Stellungnahme von BAUER Kompressoren als sehr aufschlussreich. Ich persönlich vertraue dieser Stellungnahme wesentlich mehr als dem zukünftigen Bericht der maledivischen Polizei, denn da brauchen wir uns nichts vor machen, in solchen Ländern können ein paar Dollar schon mal einen Bericht etwas beschönigen.

Mein Ziel ist keineswegs einen Veranstalter zu diskreditieren. Mein Ziel ist mehr Tauchsicherheit. Ich bin für verpflichtende Kontrollen der Atemluft und nachweisbare Sicherheitsstandards.
Antwort von Stefan M. Registriertes Mitglied am 23.06.2008 - 10:39
offizielle Stellungnahme Maledivesliveaboards.com:


Hier klicken
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 23.06.2008 - 11:52
Stefan: Bei mir bleibt der Contentteil leer. Sicher, dass das der richtige Link war?

iohan: Danke fuer die Infos. Besonders das Verhaeltnis von wegen Besitzer/Vermittler ist interessant. Dass wir nicht alles ueber den Fall wissen ist, leider, klar. Und dass man, wenn man denn darueber redet, zum Teil Falschinformationen oder einfach Luecken hat leider auch.
Warum wir dann ueberhaupt drueber reden? Wohl aus zwei Gruenden:

1) Es liegt offensichtlich menschliches Versagen vor. Auf Grund der Berichte der Taucher aus den Wochen davor gab es auch offensichtlich Grund zum nachbohren. Wenn nun wirklich am Tag vor der Abfahrt eine Wartung/Reperatur, wahrscheinlich auf Grund der Probleme, stattgefunden hat ist das ja schon mal loeblich.
Was ich mich frage ist aber
a) Haben die den Schlauch nicht gesehen?
b) Haben die die Abgase des Hauptbootes nicht bedacht, weil dessen Motor ja wahrscheinlich aus war?
c) Was ist mit dem CO Filter? Wurde der nicht eingesetzt? Wurde der Filter nachtraeglich getauscht? Ist er vielleicht vollgelaufen?

2) Jeder, aber wirklich auch jeder Taucher hat eine Sache, an der sein Leben haengt: Die Luft. Es ist wohl der schlimmste Albtraum eines jeden Tauchers, dass seine Luft schlecht oder weg ist. Das da die Emotionen mit im Spiel sind sollte verstaendlich sein.

Fuer t.net Verhaeltnisse war die Diskussion erstaunlich sachlich ;)


Gut Luft,
Richard


PS: Ja, der Gruss ist Absicht. Es soll unterstreichen, dass die Luft des Tauchers hoechstes Gut ist.
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 23.06.2008 - 12:48
PS: Oder war es soviel CO, dass der Filter nicht nachkam?
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 23.06.2008 - 14:25
PPS: Wenn die Wartung gemacht wurde muss es doch auch eigentlich ein Pruefprotokoll geben, oder? Weisst du da was?
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 24.06.2008 - 09:11
Hier der funktionierende Link zur Stellungnahme: Hier klicken
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 24.06.2008 - 13:48
Zitat iohan:
"zur rechtlichen klarstellung vieler kritiken hier im forum: baani-adventurer wird betrieben von touring maldives PVT, einem maledivischen betreiber und eigner - baani-explorer wird betrieben von maldives-scuba-diving, frau gundi holm.
d.h. gundi holm ist für baani-adventurer eine reiseagentur die vermittelt und nicht betreibt.
viele von euch vermischen diese 2 boote aufgrund des ähnlichen namens, das ist rechtlich allerdings komplett falsch."

Fakten:
Nach der Webseite von Hier klicken ist sowohl die Baani Adventure als auch die Baani Explorer im Besitz von Touring Maldives Pvt.Ltd. und werden auch von diesen betrieben. Beide Schiffe sind also sehr wohl Schwesterschiffe. Beide Schiffe wurden von Maldives Liveaboards, Geschäftsführerin Frau Gundi Holm vermittelt. Erhebliche Probleme mit der Luft auf der Baani Explorer waren Frau Holm bekannt bevor es zu dem Unfall auf der Baani Adventure kam.
Mit ihrer aktuellen Stellungsnahme schlägt sie meiner Meinung nach endlich den richtigen Weg ein.

@iohan
"hoffe meine ausführungen helfen ein wenig weiter hier die qualität im forum zu verbessern"
Mit persönlichen Beleidigungen, „Fakten“ ohne Quellenangabe, falschen Aussagen und einer katastrophalen Rechtschreibung hast du dieses Ziel klar verfehlt. Die Berichte von fundive69 inkl. Quellenangabe sollten eher die Referenz sein.

Aktueller Bericht in der unterwasser: Hier klicken

Gut Luft,
Michael
Antwort von fundive69 Registriertes Mitglied am 24.06.2008 - 14:48
Hallo Michael,

vielen Dank für den Link zur unterwasser.

Mit diesem Magazin stand ich schon unmittelbar nach dem Unfall in persönlichem Kontakt und man hat mir versprochen, dieses Thema im August-Heft aufzugreifen. Ich wollte darüber aber noch nichts berichten, da ich das Ergebnis auch noch nicht kenne. Es sieht aber so aus, als wird das ein spannendes Heft. Und man scheut sich nicht, dieses Thema ausgerechnet im Heft zu thematisieren, das ja die Malediven als "Spezial-Thema" beinhaltet. Das wird einigen Anzeigenkunden womöglich nicht ganz geheuer sein, wenn da neben den paradiesischen Bildern über tödliche Unfälle gesprochen wird. Meinen Respekt, wenn man das Thema wirklich sachlich aufgreift und unser aller Sicherheit damit steigt.

Ich hoffe auch, daß da meine Fragen drin sind, wie ich als Taucher zukünftig mich auf Sicherheitsstandards verlassen kann.

Antwort von iohan Registriertes Mitglied am 25.06.2008 - 09:25
hai michael!

tja, deine informationen sind nicht ganz richtig was die schiffe betrifft: baani explorer ist im besitz von touring maldives wird aber von maldives scuba-diving betrieben (gundi holm), d.h. die komplette lokale operation liegt in ihrer hand. baani adventurer wird "nur" gebucht von maldivesliveaboards wie von anderen reiseveranstaltern auch. für baani adventurer ist maldivesliveaboards ein reiner vermittler/agentur.
das kommt halt raus wenn jemand wie du nur informationen aus dem web hat und sich darauf stützt - sorry aber das ist manchmal zu wenig.

meine quellenangaben sind persönliche und direkte und nicht nur auf websites gestützt, daher keine angaben :P

wie ich formuliere überlässt du bitte mir über.

es ging mir nicht um beleidigungen, aber wenn man posts im scubaboard liest und hier wo unter anderem auch fundive gepostet hat geht es um nichts anderes als dinge extrem schlecht zu machen und jemand vernichten zu wollen, das hat zumindest so den anschein. lies mal die posts von "brian" in scubaboard. sorry aber der typ tut mir echt leid, der hat nichts anderes zu tun als übertrieben und vernichtend teilweise auch müll zu posten.
dafür sind foren nicht geschaffen.
durch solche teilweise unsachlichen meinungen wird die qualität sehr schlecht in foren und das wollte ich eigentlich mit auf den weg geben.

ich kann euch auch folgendes mitteilen: gundi holm ist gerade auf den malediven und sehr sehr bestrebt den unfall offiziell aufzuklären, aber in einem land wie diesen spielen halt auch andere dinge mit. es gibt besprechungen mit der dive-association für neue regeln, sicherheitsstandards etc. d.h. es tut sich einiges, leider immer erst wenn etwas passiert ist

bis dahin
lg
bernd
Antwort von Scuba Dude Registriertes Mitglied am 25.06.2008 - 12:23
@iohan

Du wuenschst dir also eine komplette und restlose Aufklaerung des Unfalls und dass so was nie wieder passiert? Ich wuensche mir zusaetzlich noch ein paar Tonnen Gold auf einem schweizer Nummernkonto.
Beiden Wuenschen fehlt leider der Bezug zur Realitaet ein wenig. Daran aendern auch 700 Tg und ein DM Kaertchen wenig...

Die Chancen dass die ganze Geschichte auf ewig herausgezogen wird und die Opfer ne kleine Entschaedigung erhalten um die Backen zu halten sind um einiges groesser.

Was trotzdem passieren sollte, und ich glaube dazu traegt dieser Fred bei, ist dass Taucher und Betreiber diesem Thema gegenueber sensibilisiert bzw. aufgeklaert werden. Auch wenn die Theorien ueber die Ursachen der Kontaminierung nicht zustimmen sollten, stellen die aufgezaehlten Fehlerquellen echte Gefahren dar. Wenn also Taucher und Betreiber auf sowas in der Zukunft besser achten, waere schon ein Schritt in die richtige Richtung getan. Auch vermehrte Anfragen nach den Massnahmen zur Sicherstellung der Luftqualitaet koennten dazu fuehren, dass Betreiber mehr Zeit und Geld darin investieren und am evtl. sogar damit werben. Wenn einer mal damit anfaengt, ziehen andere bestimmt nach.



Antwort von iohan Registriertes Mitglied am 25.06.2008 - 22:07
@scuba dude

geb dir zu 100% recht. mir ging es bloß darum die spekulationen und veruteilungen (siehe auch im anderen thread) ein wenig einzudämmen.

ich glaube das thema ist sehr sensibilisiert und es passiert auch einiges im hintergrund. bloß mir einen "internet-wissen" alleine sind spekulationen und verurteilungen wie gesagt nicht angebracht finde ich.

leider gottes werden veränderungen in den meisten fällen erst im schadensfall angedacht.
ich wünsche mir das es jedenfall passiert um die tauchsicherheit von uns allen in der zukunft doch deutlich zu erhöhen.
ich finde aber auch, daß eine stärkere sensibilisierung bei den tauchern stattfinden muß, ich sag nur party machen + tauchen, medikamente + tauchen, körperliches befinden + tauchen etc.
tauchen ist und bleibt ein risikosport mit dem leider manchmal sehr sorglos umgegangen wird auch von seiten der taucher finde ich!

lg
bernd
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 26.06.2008 - 11:05
Ich finde nicht, dass wir im konkreten Fall von erhoehter Sicherheit sprechen koennen. Hier geht es darum, dass die absolut elementarsten Grundvoraussetzungen erfuellt werden..

Wir meinen aber im Endeffekt doch das Gleiche.
Antwort von M. Henke Registriertes Mitglied am 26.06.2008 - 12:42
@iohan
Und noch mal ein Versuch die Besitzverhältnisse zu klären.

Quelle: Hier klicken
..."Thank you very much for your mail. We will forward your complaint to
Maldives Liveaboards (Ms. Gundi) and Touring Maldives Pvt Ltd (owners of
Baani Explorer & Baani Adventurer) since they are the people concerned on
this issue, and as they are members of Liveaboard Association of Maldives."...
"With best regards,
Ismail Hameed, Mr
Secretary General
Liveaboard Association of Maldives
LAM"

oder

Quelle: Hier klicken
BAANI ADVENTURER
Touring Maldives Pvt Ltd
M. Dhillee Villa
3rd Floor,
Malé
Maldives
BAANI EXPLORER
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3rd Floor
Malé
Maldives

Zitat: "wie ich formuliere überlässt du bitte mir über."
Gerne, zumindest hast du Sinn für Humor.

Eine Frage hätte ich noch, die du bestimmt beantworten kannst. Der Sauerstoffvorrat von der Explorer wurde der Adventurer zur Verfügung gestellt. Stimmt es, dass die Tour der Explorer danach mindestens 3 Tage fortgesetzt wurde ohne diesen Vorraut wieder aufzufüllen?

Gut Luft,
Michael
Antwort von fundive69 Registriertes Mitglied am 17.10.2008 - 20:40
Spiegel online hat den Unfall nun auch in einem sehr interessanten Artikel aufgegriffen:

RISIKO TAUCHSAFARI
Wenn sich das Fünf-Sterne-Schiff als Seelenverkäufer entpuppt

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 Costa Brava - Cadaques, Olig..
(21.09.2008, 13 Fotos)

   

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