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Solotauchen

Hallo Leute,

nachdem sich ein tragischer Unfall im Rahmen eines Solo TG ereignet hat, würde mich eure Risikoeinschätzung zum Thema interesieren.

Um meine Überlegungen zusammen zu fassen: Bei geeigneter redundanter und diverser Ausrüstung ist es gleich sicher solo zu tauchen wie im Buddy Team. Das Risiko beim solo TG spontan ohnmächtig zu werden ist gering und wird durch die Gefahr kompensiert, die aus einem in Not geratenen Buddy resultieren kann. Bei 2 gleich erfahrenen und ausgebildeten Tauchern wäre daher das Buddy Team etwas sicherer.
Wie seht ihr das?
Viele Grüße, Christian
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tl3Instructor Trainer
13.10.2008 21:05
Ich halte das Buddy-System für Sicherer.

Bei Solo habe ich die Erfahrung gemacht, das die Solo Taucher ein höheres Risiko eingehen, weil sie glauben nur für sich selber verantwortlich zu sein und ihnen die „Aufsicht“ fehlt.
13.10.2008 21:16
Eins ist sicher, das Wissen das ein gleichwertig ausgebildetet und fähiger Taucher bei Trimix TG in der Nähe ist, beruhigt zumindest mich.
Stressfaktor und AMV sind nicht nur gefühlt weniger.

Allerdings kann ich mir bei meiner Konfiguration nur 3 Situationen vorstellen bei denen mir der Partner wirklich helfen kann:

1. Totaler Ausfall Bottom Gas
2. Totaler Ausfall Dekogas (Travel Gas ist bei mir redundant, wenn bei Ausfall nicht durch Bottomgas abgedeckt)
3. Bei eingermaßen guter Sicht im Netz oder Leine hängenbleiben

Dem zweiten Teil von TL3 kann ich überhaupt nicht zustimmen.
Scheint wohl vom Verband zuviel hängengeblieben zu sein.
13.10.2008 21:27
@tl3: Da kann ich dir leider nicht zustimmen. "Aufsicht" brauche ich nicht, um risikobewußt und verantwortungsvoll zu tauchen. Wenn ich solo unterwegs bin, checke ich alles doppelt und plane immer etwas konservativer. Wirklich riskante TGs habe ich bisher immer nur im Buddyteam gemacht. Ist das nicht vielleicht sogar gefährlicher?
@scupa-p-r-o2: Super, das du als technischer Taucher antwortest. Dein Argument kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Selbst bei Nachttauchgängen fühle ich mich allein nicht unwohl. TG wie du sie machst habe ich noch vor mir und werde sie sicher zunächst im Buddyteam unternehmen. Mein Tiefenlimit solo ist im Moment noch um 30 m.
Viele Grüße, Christian
13.10.2008 21:40
Tiefenlimit solo oder mit Buddy macht bei mir keinen Unterschied. Die Ausrüstung machts. Aber grundsätzlich machen bei mir Tauchgänge mit Buddy viel mehr Spass, weil das Dekobier danach besser ist.
13.10.2008 21:49
@blauriffhai: Mein Tiefenlimit rührte vom Volumen der Pony bottle her. Mit einer größeren Flasche wäre natürlich auch mehr Tiefe möglich. Bezüglich Dekobier: Es spricht ja nichts dagegen sich nach dem TG wieder zu treffen
Viele Grüße, Christian
Mike.hadv. Schnitzelesser
13.10.2008 21:51

Solo gehe ich sehr gerne! Auch Tief und mit längerer Deco.
Aber nur alleine macht überhaupt keinen Spaß. Also Buddys machen schon Sinn.
Aber!
Tauchgänge die ich mir Solo nicht zutraue würde ich auch mit Buddy nicht machen.
Das Buddy-System hat den größten Schwachpunkt beim Buddy!

@tl3
"Aufsicht"
13.10.2008 22:23
Solo-Tauchen macht mir genauso wenig Spaß, wie der Solo-Sex. Mit Buddy macht es einfach mehr Spaß, allerdings ist Solo-Sex in der heutigen Zeit deutlich sicherer.
13.10.2008 22:57
@HeikeHH
Lass uns nicht abtriften

@Christian J
Wollte dich wege den Tifenlimits nicht anmachen. .
Wenn ich Solo gehe, was selten ist, dann auch an der Oberfläche und da ist ein gemeinsames Bier halt nicht drin.
13.10.2008 23:01
@TL 3 Stimme Dir voll u. ganz zu. Halte Solotauchen ganz einfach für leichtsinnig. Außerdem machts mit Buddy mehr Spass. Vor einigen Wochen sind bei meinem Buddy in Hemmoor beide Automaten vereist. Gut das ich dabei war; so hatte er meinen Octopus zur Verfügung und wir konnten ganz entspannt auftauchen. Was hätte er wohl alleine im 35 m Bereich gemacht in dieser Situation?. Und dann vielleicht 60 m. solo? Nein Danke.
Tariernixi.d.R. ausreichend
13.10.2008 23:09
Ich tauche gern solo, zum völligen Relaxen, Fischle gucken und stundenlangen beschaulichen Nuckeln an einer Flasche. Dabei ist mein Tiefenlimit 12 m.

Dennoch sehe ich auch alle tieferen TG als Solo-TG an: ich muß mich fit genug fühlen und gut genug ausgerüstet sein, um alle Probleme UW allein lösen zu können. Der Buddy ist für mich der Schutzengel bei möglicher Narkose, Mitentscheider bei Orientierungsfragen und ein zusätzliches Paar Augen. Und Spielkamerad auf Deko. Und als Wichtigstes: mentale Stütze bei Dunkel, Kalt und Nullsicht.

Wie scuba-pr-o2 schreibt: nicht nur gefühlte Senkung des AMV.
tl3Instructor Trainer
13.10.2008 23:11
Nun ja, Aufsicht ist wohl ein etwas unglücklich gewählter Begriff.
Ich meine damit nicht jemanden, der mir bei Verfehlungen auf die Finger klopft.

Ich meine damit jemanden, den man sieht und der dadurch einen an die Verantwortung für andere erinnert.

Vor dem TG hat man wohl noch im Hinterkopf, das man nicht nur für sich alleine die Verantwortung trägt, sondern zuhause auch noch Frau, Hund und Kinder hat.
Aber beim Taucher wird das schnell vergessen.
Und da ist es manchmal nicht schlecht, UW daran erinnert zu werden, das man nicht nur für sich alleine entscheidet.
13.10.2008 23:23
Es gibt unterwasser Situationen mit der man alleine klarkommen muss. Die Liste ist lang. Enge Höhlen, Tauchpartner nicht greifbar und Tauchpartner mit der Situation überfordert, um nur 3 davon zu nennen.
kwmIntro to Cave Diver (TDI),
DTSA-Gold (VDST),
Taucher *** (CMAS),
13.10.2008 23:27
Jeder Tauchgang ist ein SoloTG. Nur manche macht man ganz alleine.

Klaus
14.10.2008 00:33
Risikobewertung darf nicht alleine davon abhängig gemacht werden, ob man alleine oder zu zweit taucht, sondern auch davon, wie man taucht. Mit welcher Ausrüstung, welcher Übung/Erfahrung, welcher individueller Eignung (schreckhaft/ängstlich, geistig unbeweglich, obrigkeitsgläubig (siehe gelehrter "Notaufstieg") usw.). So gesehen ist es Unsinn, zu sagen, Solotauchen sei unsicher. Solotauchen ist in einem Punkt unter Umständen unsicherer als sonst völlig identisches Buddytauchen, das kompensiert der Solotaucher gegenüber dem Durchschnittstaucher aber anders. Im einen Szenario erwischt es dennoch mal den Solotaucher, im anderen Szenario dann eben gleich 2 durchschnittliche Buddytaucher.

Was Spaß macht, ist auch Ansichtssache. Mir macht es keinen Spaß, wenn Buddy mal wieder doch unpässlich ist, oder nicht runter kommt, oder ständig hinter mir herumirrt (im Zweifel bin ich dann schuld..), oder nur anderthalb Tauchgänge nach langer Fahrt bei 4h Oberflächenpause mitmacht.

Wer einen guten Buddy mit ähnlichen Interessen und ähnlicher Terminplanung hat, kann froh sein. Aber lieber öfter mal alleine tauchen, als es sich von den vielen Nieten versauen zu lassen.
DorisMittelschule (damals)
14.10.2008 07:16
99% Zustimmung zu Mitohne

Das 1% rührt daher, dass ich nicht allzuviele Nieten in meiner Umgebung habe und die paar mal im Jahr tun nicht wirklich weh.
14.10.2008 07:44
@Mitohne: sehr treffend formuliert

Spätestens nach diversen Ausbildungs- und Betreuungs TG sucht man einen entspannten und völlig ruhigen (einfaches dahingleiten) TG. Es gibt nur sehr wenige Taucher in meinem Umfeld, denen ich blind vertrauen würde. Diese sind nicht immer greifbar. Zudem tauche ich dann gerne blasenfrei. Dies alles zusammen addiert und man hat keinen Tauchpartner Also springe ich allein in den Teich, dödele einfach so allein vor mich hin
und komme völlig relaxt wieder aus dem Wasser.
spirit-of-photographyPADI DM, >1884TG
14.10.2008 07:59
Wie so oft kommt es drauf an WIE man das Tauchen betreibt. Egal ob mit oder ohne Buddy.

Bei mir dauerte es etwa 230 TG bis ich das erste Mal alleine unterwegs war. Aus heutiger Sicht Leichtsinn, weil nicht wirklich reflektierend und ohne entsprechende Ausrüstung viel zu tief. Ich habe mich dann mehr mit dem Thema auseinandergesetzt und meine Ausrüstung umkonfiguriert, um Redundanzen zu haben (2 komplett getrennte Luftsysteme, 2 Lampen, 2 Computer, anderes Tarieren). Heute, mit etwas mehr als 600TG (davon ca 130 Solo) tauche ich auch mit Buddy in meiner "Solokonfiguration".
Alleine habe ich ein sensibles Auge und Ohr auf mein Inneres, soll heissen ich tauche nur dann alleine wenn ich mich wirklich fit dazu fühle, physisch und psychisch. Wobei ich mehr auf mich selber höre wenn ich alleine unterwegs bin - und ich bin schon ein paar Mal vom See zurück gefahren ohne nass geworden zu sein, schlicht weil ich mich vor dem TG unwohl gefühlt habe. Ob ich das auch gemacht hätte wenn ein Buddy dabei gewesen wäre wage ich leider zu bezweifeln.

Zur These "Tauchen mit Buddy ist sicherer" kann ich nur sagen: Kommt auf den Buddy an. Ich bin lange Zeit mit einem Buddy getaucht, der sich eben nicht kritisch damit auseinandergesetzt hat sondern eher der Meinung war, es würde ja reichen wenn ich mich redundant ausstatte. Genau diese Haltung führte mich dazu, lieber alleine zu gehen als mit ihm.

Heute habe ich ein paar Buddies an der Hand, die ihr Sicherheitsdenken auf einem Niveau haben, das meinem ungefähr gleich kommt. Ich tauche sehr gerne mit ihnen, ich tauche nach wie vor aber auch sehr gerne alleine. Mein Luftverbrauch ist übrigens alleine meistens niedriger als mit Buddy!
14.10.2008 08:07
Ich denke, dass Solotauchen an und für sich nichts Gefährliches ist, wenn man die dazu nötige Ausbildung, Erfahrung, Einstellung, mentale „Stärke“, redundante Ausrüstung usw. hat.
Natürlich ist das Buddysystem sicherer, unter gleichen Voraussetzungen.

Solotieftauchgänge bedürfen einer besonderen Einstellung. Wichtiger als eine geplante Tiefe zu erreichen ist es gesund wieder aus dem Wasser zu kommen und dazu ist es oft nötig, dass man sofort abbricht, wenn nicht alles „optimal erscheint“. Hier sehe ich das größte Problem. Viele fahren weite Strecken um zu einem See zu gelangen wo sie tief tauchen können und nehmen sich dazu wenig Zeit, versuchen nicht einmal vor Ort einen erfahrenen Buddy zu finden und das oberste Ziel des Tauchgangs ist eine Tiefe zu erreichen.

Nicht jeder Taucher eignet sich zum alleine Tauchen.

Immer Gut Luft
14.10.2008 08:39
he Leute bleibt mal auf dem Boden.
Nieten? Jeder erfahrene Taucher war mal froh, dass es erfahrene Taucher gab die sich mit "Nieten" abgaben. Heute sind die ehemaligen "Nieten" die Erfahrenen auf die die neuen "Nieten" angewiesen sind.

Oder verstehe ich was falsch?
ZyanCarlosOWD, AOWD, RD
14.10.2008 09:13

Immer wieder wird gegen das Solotauchen argumentiert und das Buddysystem als sicherer dargestellt.
Die Verbänden predigen zwar das Buddysystem, lassen aber aus ökonomischen Gründen zu, daß nahezu jeder Tauchlehrer Solotauchgänge durchführt, halt in Begleitung von Tauchschülern für die er verantwortlich ist.

Für mich ist es belanglos, ob ich mit oder ohne Buddy tauche - ich gehe grundsätzlich davon aus, daß ich immer auf mich allein gestellt bin.

Für mich ist daher jeder Tauchgang ein Solotauchgang.
Ob da jetzt ein anderer Taucher mit mir mitschwimmt (auf den ich halt noch zusätzlich zu achten habe) oder nicht, ändert absolut nichts an meiner Einstellung/Art wie ich meine Tauchgänge durchzuführen pflege.

Wem das nicht passt, der braucht ja nicht mit mir zu tauchen -




DorisMittelschule (damals)
14.10.2008 09:14
Blauriffhai,

ich persönlich würde einen Anfänger nicht als Niete bezeichnen.
Nieten sind lernresistente, besserwisserische, sich selbst überschätzende Taucher, mit denen ein Tauchgang keinen Spaß macht.
Mit einem Anfänger zu tauchen und ihm die Freude an der Unterwasserwelt nahezubringen macht mir i.d.R. sehr viel Spaß, außerdem kann man sihc auf diese Art die zukünftigen Buddys in die richtige Richtung "ziehen".
Schlechte Buddys kommen oft dadurch zu stande, dass sich nach der Ausbildung zu schnell sich selber/schlechten Tauchern überlassen werden.
14.10.2008 09:47
@blauriffhai
unerfahrene Taucher würde ich nicht als Nieten bezeichnen. Leider kenne ich aber einige durchaus "erfahrene" Taucher die sehr wohl unter den Oberbegriff Niete passen. Einige hundert TG zu haben, heißt nicht, keine Niete zu sein. Meines Erachtens steigt der Nietenquotient auch mit zunehmender Tauch"erfahrung", da sich immer mehr kleine und größere Fehler einschleichen. Das fängt schon bei der Verweigerung eines rudmentären Buddychecks an.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
14.10.2008 09:56
Ich gestehe, ich habe schon Solo-Autofahrten, Solo-Spaziergänge, Solo-Tauchgänge und andere Solo-Tätigkeiten unternommen.

Solo-TG´s können deutlich entspannter sein.
Kein achten auf den Buddy, einfach nur eine Stunde relaxed umhertauchen.
Voraussetzungen sind natürlich die passende Ausrüstung, Ausbildung, Persönlichkeit.
Der Tauchgang sollte auch im "leichten" Bereich stattfinden.

Insbesonders wenn man mit wenig erfahrenen Tauchern taucht ist das schon u.U. stressiger und ob dann derjenige einem helfen kann????

Das Buddysystem hat auch viele Vorteile, aber genauso das Solotauchen.

Stichwort Solokompetenz
http://www.taucher.net/redaktion/10/pda___Self_Rescue_Diver_4.html

14.10.2008 10:03
99% Zustimmung zu Doris (09:14).
Aber die Definition ist unvollständig. Es gibt auch Nieten, die einfach nur lernunfähig bzw. tauchungeeignet sind, oder extrem übervorsichtig, oder die einfach hauptsächlich Ausflug machen, nebensächlich mal kurz die nun einmal gekaufte Ausrüstung wässern wollen.
Ist doch aber egal, ob ich die nun Nieten nenne, ich meine eben die (inclusive zwangszugeteilte Anfänger ohne Trocki, wo er nötig wäre), die einem das normale Tauchen unmöglich machen, und rücksichtslos meine Ressourcen (Zeit, letztlich auch Geld) beanspruchen. (Nichts gegen gelegentliche, selbst fragende, freundliche Anfänger am geeigneten, flachen See.)

Lassen wir die Nietendefinition mal sein, jede(r) soll einfach so tauchen dürfen, wie er/sie es für richtig hält. Zu zweit, zu dritt, zu acht, oder alleine.
(Wie beim Sex auch... )
guntherTL***
14.10.2008 10:35
vorab sorry, dieser Beitrag sollte nicht unter meinem TN-Mod Namen laufen... geht aber techn. nicht besser. Zum Thema:

Ich bevorzuge Buddy Team, da:
- 4 Augen sehen mehr als 2, und das betrifft alle Bereiche, Sicherheit, Fehler, aufkommende Probleme aber auch die Schönheit unter Wasser, die kl. Schnecke im Riff und den großen Hai hinter mir...
- ich habe ALLES redundant, was Sinn macht, warum nicht auch mein Gehirn, meine Wahrnehmung??
- MIR macht es mehr Spaß meinen TG mit jemandem zu teilen...

ABER, ja, wen ich als TL3 mit einem Schnupper-Taucher tauche, steigt mein Risiko, Er wird mir nicht helfen können, bringt aber ein Risiko mit ins Wasser. Das ist aber OK, auch ich habe mal angefangen und ich bin dafür ausgebildet, eben genau diese Risiken zu überblicken.

Das heißt nicht, dass ich nicht ab und an mal in meinem Haus-Tümpel einen entspannten Solo-TG mache, bei dem ich einfach nur viel Ruhe und Entspannung suche. Wenn man genau weiß was man macht und was man besser nicht macht, ist das Risiko ok. Ich fahre ja auch alleine Fahrrad, und dass kann auch dumm enden, wenn mein Kreislauf
versagt.
Wichtig ist, dass man Grenzen hat, die man verlässlich einhält.

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