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Redundanzprobleme bei side mount ?
Abgesandt von Blümchen Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 18:38:

Ein Freund von mir hat sich ordentlich den Rücken an einer D18 verbogen, und darf (wenn überhaupt)nur side mount ins Wasser.
Da hat man halt noch ein paar Deppen, die einem das Gerödel schleppen.

Da er aber die Konfiguration des schwarzen Trachenvereins bevorzugt,
(muss ja nicht schlecht sein, gelle?), gab es bei uns einen kleinen Disput seitens der Redundanz bei side mount Konfigurationen.
Seiner Meinung nach, gibt es keinerlei Sicherheitseinbußen bei der Stagemontage nur auf der linken Seite.
(wegen rechte Seite frei, und so...)

Lässt sich mit dieser Konfiguration überhaupt die Sicherheit eines Rückenpaketes erreichen ?
Und wenn, wäre ein Hinweis auf die korrekte Beriggung hilfreich.

Oder was meint Ihr ?

Es wird in diesem Falle nicht mit Scooter getaucht.

Blümchen




Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 21:22
Vielleicht liegt die Lösung darin sich besser ein D 7 + 2 x Bottom Stage 11 l macht auch 18 l und 3 Deko Sage nach hinten …, wenn das noch mit dem Rücken geht.

Holger
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 21:24
Ja ja, ich meinte 36 l wie 2x18 l ......
Antwort von Blümchen Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 21:55
danke für die flotte Antwort

es geht mir in dieser Frage aber nicht unbedingt um die reine Gasmenge, sondern um dessen "Verwaltung".

Das heisst in diesem Fall, wie ist die Ventilarbeit zB. im Falle einer out of Gas Situation zu händeln, und/
oder kann mann mit dieser Konfiguration eine rockbodom Situation überhaupt sauber abwickeln ?


Blümchen
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 21:58
Google mal nach side mount rigging. Das ist (fast) das Gleiche wie am normalen Plate. Wenn er alle Flaschen nach links haengen moechte muessen halt noch ein paar Kilo Akkutank auf die andere Seite ;) Aber im Ernst: Das sollte schon gleichmaessig sein.

Hoehlentaucher brauchen uebrigens nicht wegen schlechter Schwimmlage oder so extra Ausbildung fuer Side-Mounts. Sondern deshalb weil doch einige Sachen anders gehen und, vor Allem, weil sie damit einfach in engere Passagen vordringen koennen.

Was meinst du mit Sicherheit des Rueckenpakets? Grundsaetzlich sind getrennte Flaschen ja in (fast) allen Situationen besser. Oder meinst du von wegen Lage etc?


Gute Besserung an deinen Kumpel!
Richard
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 22:16
Nun mit der aussage „schwarzen Trachenvereins“ meinst du doch das ihr nach DIR unterwegs seit, da gibt es D7 / D 12 / D 18 / D 20 auf dem Rücken.
So ein D 18 hat man nun mal bei langen tiefen TGs wenn das nicht mehr geht muss man die Tauchtiefen und Zeiten abzwacken oder sich was ausdenken.

Side mount Konfigurationen kenne ich so nicht, habe es nur ein mal getaucht und ein paar mal gesehen ( zwei 11 l Flaschen Alu ) für sehr enge Höhlen die nicht al zu tief sind oder sein sollen …..

Rockbodom Situation würde ich so verwalten das ich das Rückengerät ( D 7 ) als Reserve zu belassen, sicher ist es mehr rödelei und mehr Rechnerei, wen man auf Tiefe eine Stage in den 30 bar nuckelt und dann auf die nächste wechselt ……., dann die drei Decogase nach vorne holt und die Bottom Stage 2 mal nach hinten sollen ….. , wenn das D 18 nicht mehr geht vom Rücken her, schade.

Holger
Antwort von Blümchen Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 23:00
moin Holger H.

genau das meine ich ja,

vollbehängt wie ein schwangerer Elefant kann jeder ins Wasser wanken, aber mit dem Gerödel dann wirklich arbeiten,...

das ist eine ganz andere Sache !

Was muss man beachten?

Jeder von uns kann seinen Valrill morgens um halb drei, aber wie sieht es aber bei dieser Geschichte(sidemount) bei Stress aus ?!

Blümchen
Antwort von Holger H. Registriertes Mitglied am 04.07.2008 - 23:42
Drill ist das Zauberwort, üben, üben wenn das Tauchen einfach wäre hieße es Fußball ….

Wie weit er oder ihr mit dem Stagehändling so seit ist nicht bekannt aber das kann ja werden ?

Side mount würde ich lassen.

Holger

Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 05.07.2008 - 03:16
Sucht euch doch nen Hoehleninstruktor & fragt den zu seiner Meinung. Die wissen das am Ehesten..
Antwort von db8us Registriertes Mitglied am 05.07.2008 - 08:08
@Bluemchen:
Die gerne in schwarz gekleideten, standarisierten gesellen die Du meinst haben aber meist WENIGER dabei als Andere. lediglich beim Gasvorrat wird weniger geknausert.

Zum Sidemount kann man das normale Backplate gut nehmen oder den Armadillo Harness.

Bei Stress siehts aus wie immer:
Ruhe bewahren
Du musst halt Dein Gasmanagement "selbst" machen, also zwischen den Flaschen wechseln, da Du keine Bruecke hast.
Ansonsten sehe ich da keinen grossen Unterschied, bin aber auch kein Experte im Sidemount tauchen.

Viele Gruesse

Micha
Antwort von Plumsi am 05.07.2008 - 08:52
Hallo
Ich habe in letzter Zeit etwas mit Sidemount ausprobiert. Sonst tauche ich auch DIR-Style.
Grundsätzlich kann ich sagen.
1. Sidemount ist nicht gleich Stage.
2. Die Flaschen müssen enger am Körper liegen. Stahlflaschen sind besser, da bei halbvollen Flaschen, sich der Boden noch nicht so hebt wie bei Alu. Soll ja an Ort und Stelle bleiben. Und das ablegen ist ja kein Thema (du legst ja auch nicht dein Doppelgerät ab)
3. Backplate geht gut, jedoch ist ein Armadillo sicherlich schlanker (wenn ich nur noch Sidemount tauchen würde, würde ich auf ein Armadillo setzen).

Falls du meine Konfig mal sehen willst, send ein Mail und ich sende dir Fotos mit weiteren Überlegungen.

Gruss Plumsi
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 05.07.2008 - 09:47

Hi Blümchen,

Generell wäre zu klären, ob Dein Kumpel üperhaupt keine Flaschen auf dem Rücken mehr haben will.
Wie Holger schon schrieb, wären kleinere Flaschenpakete (wie D-7) + Stages gut möglich.
In diesem Falle bliebe gerade die schwere Schlepperei an Land aus. Das hängt aber davon ab, was dem Rücken genau fehlt und unter welchen Situationen es Probleme gibt.

Siedemount wird primär für sehr flache Passagen gewählt. Auch das Harness ist absolut nicht identisch. I.d.R. hat man auch Stahltanks die längs zur Körperachse ausgerichtet sind. Die Flasschenhälse werden dabei mit dicken Bungeecords in die Achselregion gezogen. Automatensschläuche und Inflatoranschlüsse müssen entsprechend angepaßt werden. Die leichten Alutanks sind ja i.d.R. arschlastig und schwimmen dann auf, was man beim Sidemounten absolut nicht will. Sonst dengeln die Tanks den ganzen Tauchgang an der Höhlendecke entlang und das nervt gewaltig. Bei dieser Konfig braucht man dann mind. eine Flasche links und eine rechts, die ähnlich wie beim Backmount dem Rückenpaket entsprechen. Einseitig hieße immer Drehung um die Körperachse. Als Stages kommen dann wieder normale Alu´s zum Einsatz, die bevorzugt innen /unten am Körper angebracht werden. Hinten geht natürlich auch, solange dies die Umgebung zuläßt. Neben dem Amadillo gibt es noch das Nomad von Diverite, das mir persönlich besser gefällt.

Einen Zwitter kann man sich aus beiden Ansätzen natürlich auch basteln, aber das ist dann nicht Fisch und nicht Fleisch. Einen Vorteil hat dies, die Sidemountriggs sind derzeit aufgrund des niederen Dollarkurses günstig zu bekommen.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von Britta_FFM am 06.07.2008 - 20:39
Vielleicht hilft das ein bisschen weiter:

"Höhlentauchen mit Sidemount"
Helge Weber
ISBN 978-3-8334-7578-8

Wohl das einzigste Buch zu diesem Thema.
Antwort von Blümchen Registriertes Mitglied am 07.07.2008 - 19:54
Danke für die Beiträge,

vor allen Dingen kann ich jetzt mal die alten 12er
mal verwursten, die bei mir noch im Keller stehen!


Blümchen
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 08.07.2008 - 12:07
Das wird dann Hartwurst, oder?
Antwort von Blümchen Registriertes Mitglied am 09.07.2008 - 22:36
Hart ?
nö, bin schon länger in einem Verhältnis.
Aber danke der Nachfrage,...

Aber ohne Scherz. Die Antworten haben mich in dieser Hinsicht schon um einiges weitergebracht.

Die Frage wäre aber nun, warum sollte man aber nicht einen absperrbaren Hochdruckschlauch incl.
Drossel zwischen die Flaschen schalten, wenn man sie sowieso nie abnimmt ?

In diesem Falle könten man die Redundanz eines Rückenpaketes einigermassen nahekommen.

Doofe Frage ich weiss, aber eine gute Antwort ist gut für die Nerven,....

Blümchen


Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 06:43

Hi Blümchen,

Sidemount ist nunmal Indipendent.
Wenn Du beide Flaschen verbinden wollen würdest, mußt Du die Schlauchführung geschickt lösen.
Entweder müßtest Du dabei den Verbindungsschlauch sehr eng über die Schulter führen und jede Bewegung läßt ihn spüren. Oder er ist weiter, dann wirft er möglicherweise ein Schlaufe auf.
Das wird also schwierig.

Wenn Du Sidemount einsetzt, mußt halt die Automaten wechseln. Wenn das Gas gleichmäßig abgeatmet wird, sollte die Gasreserve von der unbenützen Flasche eigentlich reichen. Für Solo oder Höhle sollte mind. die Viertelregel angewandt werden.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 14:50
Patrick hat was Wichtiges erwaehnt: Weil du keine Bruecke hast muessen die Flaschen natuerlich gleichmaessig geatmet werden. Damit hast du sogar _mehr_ Redundaz als mit Doppelpack am Ruecken.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 18:26

Hi Richi,

"Damit hast du sogar _mehr_ Redundaz als mit Doppelpack am Ruecken."

Hier könnte man mit Ja und Nein antworten.
Du hast mehr Sicherheit, wenn die Brücke offen ist, Du hast weniger wenn die Brücke geschlossen benützt wird.

Um die größe Sicherheitsreserve zu erzielen, tauchst Du die Brücke geschlossen und wechselst, oder öffnest alternativ die Brücke kurzzeitig um einen Ausgleich zu schaffen und schließt sie dann wieder. Im Falle eines Ventil- oder Automatenschadens, könntest Du dann aber nach dem Öffnen der Brücke wieder auf den ganzen Gasvorrat zugreifen. Das geht bei Independent nicht.
Deshalb ist hier die Viertelregel angesagt.
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 10.07.2008 - 18:36
Gut stimmt, an geschlossene Bruecke mit gleichmaessigem Abatmen hatte ich nicht gedacht. Wobei das die Meisten auch nicht tun. Aber klar, hast recht
Antwort von NimrodXX am 12.07.2008 - 21:42
Interessant, da stöbert man etwas im Netz rum und stellt fest, das die eigenen Probleme zu einem globalen Thema geworden sind, dann will ich mal als Betroffener auch kurz äußern

Bei der D18 Aktion war das Rückenpaket reine Reserve, geatmet wurde nur aus diversen Bottom- und Dekostages, D7 + 2Bottomstages oder nur Sidemount halte ich deshalb auch nicht für Alternativen für diese Art von TGs. Ansonsten bin ich auch eher mit D12 unterwegs, D7 ist aber in Planung, hauptsächlich für den kleinen FeierabendTG zwischendurch

Mein "Problem" ist ein akuter Bandscheibenvorfall, an dem neben Jahrelanger Fehlhaltung _auch_ eine D18 Schuld ist, mehr Schaden dürften aber die "locker" aus dem Rücken gehobenen Magnum Scooter angerichtet haben, die an dem Wochenende bewegt werden mussten .

Auf alle Fälle muss ich in nächster Zeit beim Schleppen aufpassen, aber Sidemount halte ich, im Gegensatz zu Blümchen, nicht für _die_ alternative, eine Stage gibt einseitige Belastung, zwei Stages sind (noch) zu schwer und sobald ich das wieder bewegen kann, ist eine D7 auf dem Rücken trotzdem besser. Und bis ich wieder schweres Gerät schleppen kann muss ich mich bei anspruchsvolleren Tauchgängen eben etwas zurückhalten, was solls, läuft ja nicht weg

Und zusätzlich habe ich von diversen lieben Tauchpartnern das Angebot, das Sie mir den Kram ans Wasser bringen und ich das Gerät erst da anlege. Das sollte eigentlich funktionieren, da der Kram Unterwasser kaum auf den Rücken geht.

Trotzdem vielen Dank für die Infos, auch wenn ich Sidemount nicht für die Lösung meines Problems halte.
Antwort von truk_lagoon Registriertes Mitglied am 14.07.2008 - 18:21

Hallo Blümchen,

ich kann dir nur sagen, dass es, insbesondere für den Rücken, schon eine bedeutende Entlastung darstellt, wenn man auf sidemount umsteigt.

Ich bin bis vorletztes Jahr Höhle auch immer nur backmount getaucht.(meist 2 104cf lp steel tanks + max eine stage + deko O2 + (Kameraausrüstung))

Letztes Jahr bin ich dann bei flacheren Höhlen probeweise mal auf sidemount umgestiegen.

Ersten ist es deutlich rückenschoneder die Flaschen einzeln zum Wasser zu transportieren und dann im Wasser anzulegen, als D? auf dem Rücken runterzuschleppen.
Zweitens kommst du natürlich an Stellen, die vorher nicht zu erreichen waren.
Drittens ist es von der Konfiguration her doch viel einfacher zu handhaben. Du hast doch praktisch die Ventile direkt im Blick- und Griffbereich.
Wenn was abbläst sieht man es sofort! Außerdem kann auch hier, bei abblasendem Automat auf das gesamte Gasvolumen zurückgegriffen werden, da man ja ganz einfach die entsprechende Flasche für jeden Atemzug einfach kurz öffnen und danach sofort wieder schließen kann. Einfacher geht´s nicht!

Die meisten meiner sidemount TGs wurden mit einem DR Nomad durchgeführt, das allerdings von einem Bekannten noch etwas modifiziert wurde.
Einfach Spitze das Teil.
Ich kann nur empfehlen das Ganze mal mit jemandem, der Ahnung hat auszuprobieren, denn bis die Grundeinstellung i.O. ist kann es etwas dauern, wenn man keine Ahnung hat.
Ich persönlich werde sicherlich auch für einfachere HöhlenTGs auf sidemount umsteigen, da mM nach die Vorteile überwiegen!

Gruß

Tom

PS

1:Was ist eine rockbodom Situation?
2:was ist valril? Wenn es valvedrill heissen soll, dann s.o.
3:Es würde mich mal interessieren, was ihr für Tauchgänge macht, wo man D18 + 3stages braucht, wo das ist und was es da zu sehen gibt?
Antwort von RichiH Registriertes Mitglied am 15.07.2008 - 11:38
`Rock Bottom` ist wenn deinem Buddy am Ende der Grundzeit auf einen Schlag das gesamte Gas floeten geht und er an deinen Flaschen mit hoch muss. Also einfach Gasplanung fuer Notfaelle auslegen.
Ob damit `vom Felsen unten an die Oberflaeche` oder `weniger Gas geht nicht` gemeint ist weiss ich aber nicht.

Valve Drill heisst `komm an deine Ventile und uebe es regelmaessig`.
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 15.07.2008 - 13:33

Hi truk_lagoon,

"Es würde mich mal interessieren, was ihr für Tauchgänge macht, wo man D18 + 3stages braucht, wo das ist und was es da zu sehen gibt?"

Höhle mit einer ansprechenden Tiefe bedingt z.T. diese Konfigurationen, oder sogar noch ein bischen mehr. Man kann sich natürlich auch bei uns an einer Steilwand versenken, wo diese Konfig eher die Minimal-Ausstattung darstellt. Ob es das am Ende Wert ist, muß natürlich jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße, Patrick
Antwort von truk_lagoon Registriertes Mitglied am 15.07.2008 - 19:10

hi Patrick,

von welchen Höhlen redest du, Ardeche, Lot Dordogne, würde mich interessieren, da war ich nämlich noch nicht.

An ´ner Steilwand versenken ist eher nicht so mein Ding, wenn ich tief gehe, soll es sich schon lohnen.

Tom
Antwort von Patrick B Registriertes Mitglied am 16.07.2008 - 10:04
Hi Tom,

Ardeche: Tannerie, Goul de Pont, Baumes des Anges, Ecluse, Marnarde (vorausgesetzt man kommt überhaupt bis Sump 3.)
Lot: Ressel, Landenouse, etc.

Natürlich würde ich das Dekogas in der Höhle nicht überall hin mitschleppen. Aber große Flaschen (in dem Fall Rüpckenpaket) heißt einfach Gasreserven und die kann man gut brauchen.

Viele Grüße, Patrick

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