Deep Stops Abgesandt von Soliton am 01.09.2008 - 23:07:
Hi,
ich versuche zu verstehen, was "deep stops" sind. Was ich bislang verstanden habe:
Deep stops ersetzen den Sicherheitsstop (3` auf 3-5 m). Ein Computer wie der Suunto Vytec erlaubt es, entweder mit klassischen Sicherheitsstops oder mit Deep Stops zu arbeiten.
Wie funktionieren aber deep stops im Rahmen dekopflichtiger Tauchgänge? Und was ersetzen die deep stops in diesem Fall?
Wenn jemand einen schlauen Link hat, wäre das auch hilfreich.
Ist eigentlich praktisch und wissenschaftlich erwiesen, daß deep stops besser sind als die klassischen Modelle?
nein, Deep Stops ergänzen den Sicherheits-/Dekostop auf verschiedenen Tiefen in Abhängigkeit von der maximalen Tauchtiefe und -zeit.
Grüße
Christian
Antwort von Kölle Alaaf am 01.09.2008 - 23:29 Hier klicken gibt hierzu eine Reihe von guten Infos. In letzter Zeit wird über Deepstops und deren Wirksamkeit wieder viel diskutiert, aber per saldo überzeugen mich die Vorteile, die aus den theoretischen Überlegungen und der praktischen Überprüfung heraus gesehen werden können. In der aktuellen "Tauchen" ist ein Bericht, der sich mit Tauchcomputern beschäftigt, die mit Tiefenstops arbeiten. Hierin kannst Du weitere Detailinformationen erhalten.
Antwort von shuttle am 02.09.2008 - 00:05 "Wie funktionieren aber deep stops im Rahmen dekopflichtiger Tauchgänge? "
Nach Pyle: Der erste Stopp wird in der Mitte zwischen der Grundtiefe und dem ersten Deko-Stopp, der nächste in der Mitte zwischen dem ersten Deep-Stopp und dem ersten Deko-Stopp usw. gemacht.
Beispiel: 60m für 10 Minuten, lt. Deco 2000 tiefste Dekostufe 12m, (60m/2) +(12m/2)= 36m erster (Pyle)stop für 1,2 oder auch 3 Min, dann (36/2) +(12m/2)= 24 m usw.
(ist die Differenz Pylestop zu Dkostufe <10m, dann Dekostufe und austauchen nach Tabelle)
"Und was ersetzen die deep stops in diesem Fall? " -> sie ersetzen nichts, sondern dienen der Blasenminimierung.
"Ist eigentlich praktisch und wissenschaftlich erwiesen, daß deep stops besser sind als die klassischen Modelle? " -> ja, schon seit den 80ern. Nach verschiedenen Studien (z.B. DAN, letzt mir bekannte von 2004) konnte festgestellt werden, dass die Häufigkeit von DCS Erkrankungen durch Tiefenstops deutlich rediziert wurde.
Antwort von taucherias am 02.09.2008 - 00:08 ob es sinn macht oder nicht musst dir am besten an bühlmanns algoloritmus anschauen (der besagt das der partialdruck in keinem gewebe grösser sein darf als der umbebungsdruck) je nachdem nach welcher methoder, deep stop oder nicht, du mehr dizzerenz hast bist du auf der sicheren seite
Rechnes einfach mal durch
Antwort von Soliton am 02.09.2008 - 00:17 Danke für eure aufhellenden Antworten.
D. h. also, daß deep stops nichts ersetzen, sondern wie ChFroening schreibt, nur ergänzen. D. h. man macht eine normale Deko, aber vorher zusätzlich die Deepstops (bis zum Erreichen der normalen Deko).
Was heißt es dann, daß ein Computer deep stops "kann"? Im Grunde kann ich deep stops doch auch manuell berechnen, danach tauchen und im übrigen mich an die Dekoangaben des Computers halten.
Welche Vorteil hat dann ein Computer, der deep stops "kann" - außer, daß er die erforderliche Aufstiegszeit richtig berechnet?
Ist es denn praktikabel oder zu schwierig, mit einen Rechner wie dem Gekko mit der deep-stop-Ergänzung zu tauchen?
Antwort von taucherias am 02.09.2008 - 00:23 der trick liegt eigentlich nur darin das sobald du deine maximaltiefe verlässt du ja wieder dekomprimierst. mit einem deep stop verlangsamst du also nur deine aufstiegszeit und bist daduch im allgemeinen auf der sichenen seite da die verschiedenen gewebe aber unterschiedlich aufsätigen und entsätigen möchte ich meine hand nicht ins feuer legen das es generell sinnvoll ist deep stops einzulegen
.. Du hast das IMHO schon richtig erkannt, - das Tauchen nach Computer und zusätzliches Berücksichtigen von DeepStops durch zusätzliches Einschalten des Gehirns ist eine ziemlich gute Methode.
Da der Compi die Deko fortlaufend und nicht entsprechende der herkömmlichen Tabellen-Stufen rechnet - und dabei meist eine flachere Dekostufe herauskommt - macht in meinen Augen das praktisch erprobte Tauchen unter Berücksichtigung der selbst-rechnerisch ermittelten DeepStops unter dem (Hauptaspekt) Sicherheit mehr Sinn.
Eine schlüssige Interpretation einer Computeranzeige bezüglich Stop erscheint mir auch ein wenig schwierig, wenn es nur eine progressiv errechnete Empfehlung ist und keine Pflicht-Aufstiegspause, .... dann hätten wir bei einem solchen Computer eigentlich zwei verschiedene Anzeigen: "Muß-Deko-Stufen" und "Kann-Deko-Stufen" ... mir ist das tatsächlich nicht so recht klar.
IGL C.
Antwort von shuttle am 02.09.2008 - 07:44 "Was heißt es dann, daß ein Computer deep stops "kann"? -> d.h. dass er dich nicht mit zusätzlicher Deko-Zeit bestraft.
"dann hätten wir bei einem solchen Computer eigentlich zwei verschiedene Anzeigen: "Muß-Deko-Stufen" und "Kann-Deko-Stufen"" -> Genau, einmal auf der jeweiligen Tiefe "Deep-Stop" x Minuten und dann die jeweiligen Pflichtdeko-Stufen.
Antwort von Walter Ciscato am 02.09.2008 - 10:46 Hi Soliton
siehe sonst auch diese Diskussion im TEK Forum vorwiegend mit Kommentaren von technischen Tauchern, aber auch mit dem aktuellen Stand der Tauchmedizin:
Weitere aktuelle Studien sind in Planung bzw. am Laufen (auch in vivo=mit Tauchern). Dazu darf/kann ich nix sagen. News werden in Form von einem Bericht im DiveInside oder im TEK Forum publiziert.
Grüsse Walter Ciscato
Antwort von Soliton am 02.09.2008 - 13:19 @alle: Danke für die weiteren Infos. Ziemlich komplex...
@bmhahn: Link finde ich leider immer noch nicht.
@shuttle: D. h. daß trotz kontinuierlicher Deko meine Dekozeit sich verlängert, wenn ich mit einem Computer wie dem Gekko, der keine Deep stops "kann", auf z. B. hälftiger Tiefe einen Pylestop mache? Das verstehe ich noch nicht, ich dachte, das RBGM merkt, daß dann bereits eine Entsättigung stattfindet. Oder sättigen sich während des Pylestops Gewebe weiter auf?
Antwort von shuttle am 02.09.2008 - 13:39 "Oder sättigen sich während des Pylestops Gewebe weiter auf? " -> ja klar, trotzdem empfehlen sich die Stopps, da durch diese, bzw. durch kurzes Verweilen das schnelle Wachstum von Gasblasen verhindert wird.
Das T-Net Forum scheint mit ftp URLs im Text irgendwie nicht zurecht zu kommen. Also noch mal ein http Link zum `Deep Stop` Artikel von Erik Baker: Hier klicken
Sollte dieser auch nicht funktionieren einfach nach `Baker deep stops` googeln.
Erik`s Artikel erklärt auch den Zusammenhang zwischen Deep Stops und eventueller zusätzlicher Aufsättigung gut.
Zitat von Pyle: "...Take the distance between the bottom portion of the dive (at the time you begin your ascent) and the first "required" decompression stop, and find the midpoint..."
Für Dein Beispiel bedeutet das: Mitte zwischen 60 und 12 m ist 24 m, denn: (60-12)/2 = 24
Antwort von Blaupunktrochen am 02.09.2008 - 20:42 @Rechnen......
Da hat sich der Rechenkünstler aber verrechnet
Als nochmal für Dich gaaaanz langsam:
Der Mittelwert zweier Zahlen A und B ist gegeben durch
M = (A+B)/2
Mit A=60 und B=12 ergibt sich
M = (60+12)/2 = 72/2 = 36
Alles klar ?
Antwort von Holger H. am 02.09.2008 - 22:08 Na wenn das nicht mal auf dem trockenen flupt na wie soll das im Wasser funktionieren ???
@ Soliton
Nur mal so ein Tipp ich kenne dich und deine Profile nicht so wie dein Gasverbrauch …….
Wenn du eine gewisse Tiefe hast ( bleiben wir bei 60 m ) dann Halbierst du Tiefe und verdoppelst die Zeit und die Zeit ist 1 min ( dann ist der Blutkreislauf gut 1 ½ rum )
30 m 1 min
15 m 2 min
7,5 ( 8 m) 4 min
4 m 8 min
Wenn dein Rechner mehr Anzeigt mach mehr und nicht zu schnell Aufsteigen dann hast du schon eine gute Deco gemacht .
Sollte man sich bei allen TGs über 10 m Aneignen so aufzutauchen, alle meine Schüler haben bisher gute Ergebnisse erzielt ….
Gilt aber nur für Luft ( Nitrox ) bei Heliumhaltigen Gemischen sieht das gaaaaannnnzzzz anders aus…
Holger
Antwort von shuttle am 03.09.2008 - 08:05 @Rechnen muss man können! -> Nomen est omen ... vielleicht doch künftig gute deutsche Übersetzungen nehmen, wenn es mit dem Englischen nicht so klappt? "midpoint" [math.]= "Mittelwert", desweiteren siehe Holger.
Vorteilhaft ist auch, wenn man die Hintergründe des Themas versteht. Empfehle hier einen Kurs zum Thema, (vielleicht doch besser in Deutsch, vielleicht "schnackelt" es dann) Ein Forum ersetzt keine Ausbildung.
Holger:
Antwort von vangogh am 03.09.2008 - 08:42 Hallo. Mal zusätzlich zur Diskussion:
Habt ihr mal was von diesen revers-stop´s( glaub ich) oder so ähnlich..
das man nach dem auftauchen wieder zurück auf 5 m geht. Ich hab das mal gelesen, wurde so´n test im Tauchturm mit Schweinen gemacht.
Hat noch jemand Info.´s darüber oder weiß genau wie das ging??
LG Vincent
Antwort von Doris am 03.09.2008 - 09:16 Oder @rechnen sollte man können noch zur Veranschaulichung bei Tiefen-/Höhenangaben:
zwischen 12 und 60 m ist der Unterschied 48m
davon die Hälfte sind 24 m
die Mitte zwischen 12 und 60 m sind 12 m + 24 m = 36 m
verstanden?
Antwort von Rechnen muss man können! am 03.09.2008 - 11:01 @blaupunkt und co:
Ich habe das so verstanden, dass man eben NICHT den Mittelwert, sondern den die Halbierung der Strecke zwischen 60 und 12 nimmt. "Midpoint" bedeutet, wenn man sich so wie Pyle auf eine Strecke bezieht, eben nicht Mittelwert sondern der Punkt, der die Strecke in 2 gleiche Längen teilt ("midpoint" wird in englischen Publikationen nicht als Vokabel für Mittelwert verwendet. Wer das nicht weiss, halte sich bitte zurück mit dem Bewerten meiner Englisch-Kenntnisse). Und das ist 24. Korrekt ist natürlich, dass dieser Punkt in 36 m Tiefe liegt. Aber ist es so gemeint??
Bitte sachlich bleiben.
Antwort von shuttle am 03.09.2008 - 13:08 "Bitte sachlich bleiben. " -> darum bemühe ich mich eigentlich stets. Nur muss ich zugeben, dass ich auch nur ein Mensch bin und wenn mich jemand mit der Überschrift "Rechnen muss man können!" (sehr nett das Ausrufezeichen) zu einem richtig dargestellten Tatbestand angeht, muss er auch die Antwort ertragen
"Ich habe das so verstanden, dass ...Aber ist es so gemeint?? " ja, ist es.
Schau dir doch einfach Beispiele von Pyle und Wienke an dann musst du nicht rätseln. (das ist jetzt nicht böse oder spöttisch gemeint, nur zeigen ja deine Ausführungen, dass du mit dem Thema nicht durch bist). Du kannst mich anschreiben, dann schau ich mal, ob ich dir ein paar Beispielrechnungen einscannen und zusenden kann. Auf höfliche Anfragen habe ich nie anders als sachlich reagiert, ich denke, dass kann hier ein großer Forenkreis bestätigen.
Antwort von Blaupunktrochen am 03.09.2008 - 13:49 @Rechnen muss man können
Nix für ungut, aber bei der Vorlage und vor allem bei diesem Nicknamen konnte ich nicht anders
Gruß BPR
Antwort von shuttle am 03.09.2008 - 13:59 @Rechnen: Kölle hat ganz oben ja einen sehr guten Link gesetzt. Hier ein weiterer aus dieser Quelle: "Hier klicken" -> Ab Seite 6 findest du mehrere Rechenbeispiele zu Pyle-Stops.
Zu "midpoint wird in englischen Publikationen nicht als Vokabel für Mittelwert verwendet. Wer das nicht weiss, halte sich bitte zurück mit dem Bewerten meiner Englisch-Kenntnisse:"
-> "Hier klicken" midpoint price= (10.0 +10.04)/2= 10.02 ... Quelle National Financial Services LLC,
Auch nett folgendes Zitat: "Der Midpoint errechnet sich aus dem Mittelwert zwischen Minimal- und Maximalvergütung einer Tarifgruppe und wird durch Halbierung der Summe von Minimal- und Maximalvergütung gebildet." Quelle FedEx Vergütungstarife. Ist glaube ich ein US-Unternehmen
Last but not least Mr. R.L. Pyle himself: "Take the distance between the bottom portion of the dive (at the time you begin your ascent) and the first "required" decompression stop, and find the midpoint. ...... For example, suppose you want to do a dive to 300 feet, and your first "required" decompression stop is 100 feet. You should recalculate the profile by adding short (2-minute) stops at 200 feet ....
-> (300+100)/2 = 200
Quelle: The Importance of Deep Safety Stops: Rethinking Ascent Patterns From Decompression Dives by Richard L. Pyle, Cave Diving Group Newsletter, 121:2-5.
Sachlich genug?
Antwort von kwolf1406 am 07.09.2008 - 18:23 Noch was zu den Komputern: Wenn sie Deep-Stopps nicht "können", schlagen sie die Zeit bis zum letzten Deep Stopp, den man einschiebt, sozusagen zur Grundzeit dazu (was man auch tun muss, wenn man mit Tabelle so taucht, denn Grundzeitr ist die Zeit vom Abtauchen bis zum Aufstieg *mit der vorgeschriebenen Aufstiegsgeschwindigkeit*).
Antwort von Soliton am 08.09.2008 - 01:02 Aber ich dachte, die Computer mit kontinuierlicher Deko berücksichtigen auch, daß ich während des Aufstiegs entsättige, selbst wenn ich dann noch einen deep stop mache. Wenn ich von einer größeren Tiefe aufsteige, sind zu Beginn jedes Deepstops doch alle Gewebe (relativ) übersättigt. Welches Gewebe sättigt sich denn während des zweimünitgen Deepstops noch auf und nicht ab?
Antwort von shuttle am 08.09.2008 - 07:49 Die schnellen Gewebe entsättigen während der Stops, langsame Gewebe sättigen weiter auf. Die Gewebe, die den Stickstoff am schnellsten lösen, sind Blut und Nerven, mittlere Gewebe sind Haut und Muskeln, langsame Gewebe sind Knochen und Knorpel (jeweils beispielhaft zu verstehen, die Kompartimente repräsentieren hypothetische Gewebemodelle) Nach herkömmlichen Dekoregeln geht man schnell aus der Tiefe zur tiefsten Dekostufe unter Ausnutzung der Übersättigungstoleranz des jeweiligen Leitgewebes. Jedoch sind nach allen tiefen Tauchgängen Mikroblasen nachweisbar, die durch die Druckentlastung beim Auftauchen entstehen und sich beim Aufstieg vergrößern bzw. Blasenkeime für die Entstehung größerer Blasen bilden. Bei einem Aufstieg wie in meinem Beispiel oben von 60 m Tauchtiefe zum ersten Dekostopp bleibt so nicht viel Zeit um die Gewebesättigung der schnellen Gewebe auf unkritische Werte zu reduzieren. Rapide Druckentlastung (auch bei 10m/Minute)führt nach heutigen Erkenntnissen zur Entstehung von Mikrobläschen. Und hier setzen die Deep-Stops an. Sie ermöglichen eine partielle Inertgas-Elimination aus den schnelleren Geweben bereits in der Tiefe und vermindern oder verhindern dadurch die Bildung von Mikroblasen.
Antwort von kwolf am 08.09.2008 - 13:24 @ Soliton,
die klassischen Algoritmen können eben den Vorteil der Reduktion der Mikoblasen nicht nutzen. Sie rechnen nach der optimalen Übersättigung. Ein Deepstopp ist für diesen alten Algoritmus kontraproduktiv und der Rechner "bestraft" dieses Verhalten mit längerer Deko im Flachen.
Dazu muss man verstehen, dass die Rechner nur Modelle berechnen und niemals die Wirklichkeit. Der Körper kann sich völlig anders verhalten - das ist die Krux des Ganzen und deshalb gibt es immer wieder Dekounfälle, obwohl der Taucher meint, alles richtig gemacht zu haben. Deshalb sollte man niemlas nur dem Tauchcomputer vertrauen.
Konkret mache ich das z.B. so: Bei längerer Deko halte ich auch (neben den Deepstopps) die Stufen, die die Deko2000 angibt ein, auch wenn der Rechner nur 3m anzeigt. Am Ende dann aber dennoch das Wasser erst verlassen, wenn der Rechner auch "entsättigt" ist. Das gibt beim ersten TG eine nur kurz verlängerte Deko, die einfach die Sicherheit etwas erhöht (dafür lasse ich den Sicherheitsstopp dann aus). Die Deko im Wiederholungstauchgang wird dann allerdings ggf. sehr lang. Daher Beschränke ich mich mit der Aufsättigung in der Wiederholungstauchgang.
Antwort von Soliton am 08.09.2008 - 13:39 Ah, nochmal danke, es wird immer klarer.
@shuttle: "Die schnellen Gewebe entsättigen während der Stops, langsame Gewebe sättigen weiter auf."
Liegt das daran, daß die langsamen Gewebe, wenn ich zunächst auf z. B. 60 m war, dort nicht zu lange bleibe, und dann auf 36 m geht, immer noch weniger gesättigt sind, als dem Umgebungsdruck von 36 m entspricht?
Würde ich hingegen (ohne Rücksicht auf die Durchführbarkeit, nur um es zu veranschaulichen) so lange auf 60 m bleiben, daß alles so gesättigt ist, wie es dem Umgebungsdruck entspricht, und dann auf 36 m gehen, dann würden während des deep stops ALLE Gewebe entsättigen, nur die langsamen leider kaum. In diesem Fall sollte auch ein Computer, der deep stops nicht kennt, keine Strafzeit für zusätzliche Aufsättigung zufügen.
Ist das so richtig?
Gibt es eigentlich eine Tabelle irgendwo, wo man mal sehen kann, welche Gewebe in welchen Zeiträumen bei welchen Tiefen wie stark aufsättigen?
Wenn Du auf 60m 10 Minuten bist, dann hat ein Gewebe mit 10min Halbwertszeit genau den Mittelwert zw. Oberflächendruck und Druck auf 60m. Das entspricht einer Tiefe von 30m. D.h. auf 36m sättigt es noch etwas auf, während ein 5min-Gewebe zu 3/4 aufgesättigt ist (entspr. 45m) und deshalb schon wieder Stickstoff abgibt.
Ziel des Deepstopps ist, auch bei den schnellen Geweben dafür zu sorgen, daß sich die Übersättigung in Grenzen hält. Manche Computer nehmen deshalb zusätzlich zu den 16 Geweben (ZH-L-16) noch ein zusätzliches Gewebe mit kleiner Halbwertszeit und extrem geringer Übersättigungstoleranz an. Dieses Gewebe wird während des Aufstieges das Führungsgwebe und begrenzt die Aufstiegsgeschwindigkeit.
BPR
Antwort von Soliton am 08.09.2008 - 15:08 Jo, das leuchtet ein, danke, und paßt ja zu meinem - wenn auch weniger fachterminologisch formulierten - qualitativen Beispiel.
Wo liest man denn diese Halbwertszeiten nach?
Und Rechenmodelle mit 16 Geweben - das sind aber High-End-Rechner, oder? Welche Modelle können denn das z. B.?
Antwort von shuttle am 08.09.2008 - 15:09 "Würde ich hingegen (ohne Rücksicht auf die Durchführbarkeit, nur um es zu veranschaulichen) so lange auf 60 m bleiben, daß alles so gesättigt ist...." -> das gibt es z.B. beim Sättigungstauchen im Offshore-Bereich. Da ist es tatsächlich möglich, dass alle Gewebe entsprechend dem Umgebungsdruck gesättigt sind. Und ja, dann beginnt die Entsättigung aller Gewebegruppen beim Auftauchen, der Umgebungsdruck verringert sich, die Gewebe sind nun übersaettigt und das N2 wird abgegeben, da der N2-Partialdruck in der Lunge jetzt niedriger als in den Geweben ist.
"Gibt es eigentlich eine Tabelle irgendwo, wo man mal sehen kann, welche Gewebe in welchen Zeiträumen bei welchen Tiefen wie stark aufsättigen? " -> eigentlich nicht, da keine direkte Beziehung zwischen den Kompartimenten (Modellen) und dem menschlichen Körper besteht. Die Beziehung basiert lediglich auf Schlussfolgerungen auf Grundlage tatsächlicher Tauchdaten (Testtauchgänge und Daten echter Tauchgänge).
Beispiel: Beim Rechenmodells ZH-L16 sind die 16 Kompartimente wie folgt aufgeteilt: Nr. 1 - 4 schnelle Gewebe: ZNS, Rückenmark Nr. 5 - 11 die Haut Nr. 9 - 12 die Muskulatur Nr. 13 - 16 langsame Gewebe wie Gelenke mit Bändern, Knorpel und Knochen
Aber alles sehr theoretisch, wohlgemerkt.
Antwort von shuttle am 08.09.2008 - 15:23 "Wo liest man denn diese Halbwertszeiten nach? " -> google mal nach ZH-L8 oder ZH-L16 (8/16 Kompartimente)
"Und Rechenmodelle mit 16 Geweben - das sind aber High-End-Rechner, oder? Welche Modelle können denn das z. B.? "
-> die Anzahl der Gewebegruppen ist nur bedingt Maßstab für die Qualität eines Algorithmus (meiner Meinung nach), Suunto (Suunto RGBM -Algorithmus) rechnet z.B. mit 9 Gruppen, Mares (Mares-Wienke RGBM Algorithmus) mit 8 und auch 12 je nach Rechner/Baujahr usw. usf.
Antwort von kwolf1406 am 08.09.2008 - 23:58 Mit folgender Software z.B. kann man Tauchgänge mit ZH-L 16 simulieren. Sie zeigt auch schön grafisch das Sättigungs- und Endsättigungsverhalten der verschiedenen Kompartimente (Gewebe) an: Hier klicken
Antwort von kwolf1406 am 08.09.2008 - 23:59 ... sie berechnet natürlich keine Deepstopps.
Europas führende Tauchorganisationen wie ACUC, BARAKUDA, NASDS, SNSI, IDD, Idea Europe, PADI, SSI und DAN-Europe haben sich als Mitglieder des RSTC Europe verpflichtet die Erhaltung der Gewässer durch die entsprechende Ausbildung der jetzigen und künftigen Tauchergenerationen zu gewährleisten.
Taucherhuette, Reichshof (17.11.2008) Eigentlich wollte ich ja ganz woanders hin... aber dann hat mich Carmen davon überzeugt (oder hat sie micht überredet?), mit nach Gozo zu kommen... Die Tatsache, dass ich aus persönlichen Gründen (mehr) Roger Tours (13.11.2008) Vom 11.09. - 18.09.2008 war ich mit Roger Tours und der Golden Dolphin III auf Safari im Roten Meer. Ich muss sagen bei dieser Reise war alles bestens organisiert. Dies fing schon beim Abflug am (mehr) Bluewater Safaris, 86438 Kis.. (10.11.2008) Wir waren mit einer Gruppe vom 28.10. bis 3.11.08 auf der ´Quick Shadow´ zu einer Safari südlich von Marsa Alam unterwegs. Nach Flughafentransfer und Einchecken an Bord (Port Ghalip), alles war (mehr)
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